11.11.2007
Was ich mir für iTunes wünsche – Teil I
iTunes ist super. Ich denke, im Wesentlichen sind wir uns da alle einig. Perfekt ist es aber bei Weitem nicht, auch darüber gibt es meinem Eindruck nach einen breiten Konsens. Je länger und intensiver man iTunes benutzt, desto mehr Dinge fallen einem auf/ein, die man gerne anders hätte, oder die man gerne überhaupt hätte.
Und genau davon will ich heute schreiben. Beziehungsweise damit anfangen, denn wie “Teil I” verrät, wird es nicht bei diesem Beitrag bleiben, aber ich will nicht alles auf einmal in einen Riesenbetrag packen, sondern lieber die Ideen im Einzelnen zur Diskussion stellen.
Nun denn, auf geht’s:
Ich fände es klasse, wenn iTunes nicht nur zählen und speichern würde, wie oft ein Lied gespielt wurde und wann es zuletzt gespielt worden ist, sondern tatsächlich zu jedem einzelnen Anhören/Abspielen eines Tracks speichern würde, wann es geschehen ist. Bevor ich ausführe was das bringen würde, setze ich lieber gleich mal dem “Das verschwendet ja endlosen Speicherplatz!!l!eins!!elf!!” entgegen: ![]()
Ein Datumswert, wie iTunes ihn bei allen anderen Gelegenheiten (“Last Played”, “Last Skipped”, “Date Added”..) speichert, benötigt grob überschlagen 80 Byte. Runden wir mal auf 128 auf, damit rechnet es sich schöner. Meine iTunes-Installation, bestehend aus gut 6500 Tracks und im zählenden Betrieb seit 10/2006, verzeichnet wenn ich es komplett zusammenzähle insgesamt 9200 “Plays”. Mal eben den Taschenrechner zur Hand genommen: 9200 Plays mal 128 Byte macht 1.177.600 Byte. Das geteilt durch 1024 macht 1.150 KiloByte. Das ist gerade mal ein gutes MegaByte! Wohlgemerkt, auf’s Jahr gerechnet! Intensivere Hörer als ich kommen pro Jahr “Hörbetrieb” vielleicht auch auf zehn MegaByte.. also dem Speicherplatzgegenwert von einer Maxi-CD mit B-Seite(n). Das ist definitiv nicht zuviel Platz für die Möglichkeiten, die durch die zusätzlichen Informationen entstehen würden.
Denn plötzlich wäre es möglich, dass iTunes akkurate, persönliche Wochen-, Monats- und Jahrescharts von den eigenen Hörgewohnheiten erstellt. Genial, für mich als Statistikfreak – ich gebs ja zu. Last.fm-User wissen, was ich meine, und stimmen mir sicher zu, dass das ein sehr geniales Feature wäre. Auch weitergehende Spielereien (“Welches Genre höre ich an Sonntagen am häufigsten?”, “Was für ein Interpret läuft bei mir meistens, wenn ich mal zwischen Mitternacht und 4 Uhr früh noch Musik höre?”) sind so einfach realisierbar.
Auch für intelligente Wiedergabelisten ergeben sich neue Möglichkeiten:
Mach mir eine Liste mit allen Songs, die ich im vorangegangenen Monat mehr als 10 mal gehört habe, die ich aber in den letzten 5 Tagen noch nicht öfter als 3 mal gehört habe. Das ist jetzt kein besonders sinnvolles oder praktisches Beispiel, aber es zeigt die Möglichkeiten.
Es würde ein paar Grenzen, die iTunes der Kreativität momentan setzt, sprengen und ich bin sicher, dass vielen Leuten tolle Ideen kommen würden, was man damit anstellen könnte.
Und jetzt kommt noch ein bisschen Mitmachfaktor, total Web 2.0, Alter!
Wer nämlich unbedingt selbst rausfinden will, wieviel Platz nach obiger Rechnung bei ihm für die Speicherung etwa benötigt würde, der folge dem Link und lade dort dann seine “iTunes Music Library.xml” hoch. Keine Sorge, wird nicht gespeichert, sofort nach der Berechnung wird sie wieder gelöscht.
Was haltet ihr davon?

Hey die Ideen gefallen mir. Ich bin auch ein Fan von Statistiken und wenn iTunes sowas könnte wäre ich zu 110% davon überzeugt ;D
Ich bin da ganz Deiner Meinung. So würden sich ganz neue Möglichkeiten für intelligente Playlists ergeben. Bin schon auf die nächsten Teile bekannt, denn mich nerven bei iTunes auch einige Dinge. Aber ich warte mal, was da noch kommt ;-)
Ich freue mich, dass euch beiden meine Ideen gefallen :-)
Der nächste Teil kommt vermutlich wieder nächstes Wochenende!
Statistik-Freak? Du wirst mir immer sympathischer
Fände ich schon geil…
Für die Berechnung des Play-Counts hätte ich noch ne Idee: Wenn man ein Lied nicht komplett hört geht es ja nicht in den Play-Count ein, oder? (hatte ich bis jetzt so verstanden)
Dann könnte man stattdessen speichern, wie viel von dem Lied schon gehört wurde.
Man hat einen Playcount von 13. Das lied hat 300 Sekunden und man hört genau 167 Sekunden. Man hat also 167/300=0,56 vom Lied gehört. Warum jetzt nicht einfach intern den Playcount auf 13,56 stellen? Für die Anzeige einfach auf 13 abrunden. Für die Berechnung des nächsten Playcounts aber den exakten Wert weiter nutzen! Wenn ich den gleichen Abschnitt nochmal hören, dann habe ich ehrlich gesagt das Lied schon öfter als 0 mal gehört, wie iTunes das aber darstellen würde.
Somit wäre dieser Wert doch viel exakter. Ich habe so viele Lieder bei denen ich nur eine bestimmte Stelle höre oder einfach nicht komplett zu Ende.
Schöne Grüße
Flo
Ja, da sollte sich auf jeden Fall auch etwas tun – deine Lösung klingt ziemlich gut. Ich wäre aber auch schon zufrieden, wenn sie die Bedienung dafür, dass der Playcount um eins erhöht wird, einfach von “Lied komplett gehört” auf “Lied zu über 50% gehört” ändern würden..
Wenn ich ein Lied nur zur Hälfte höre aus den von dir genannten Beispielgründen, dann mache ich es oft so, dass ich manuell bis zum Ende “spule”, damit er den Play auch zählt. Wenn man um die Feinheiten von iTunes Bescheid weiß, kann man sich mit dem meisten ja irgendwie arrangieren.. trotzdem wäre eine Lösung wie du sie verschlägst sehr positiv.