12.08.2008
Pornorama
Marc Rothemund – Deutschland, 2007
IMDB – de.wikipedia – en.wikipedia – Amazon
Pornorama hatte mich schon mit seinen ersten fünf Buchstaben davon überzeugt, dass ich diesen Film sehen möchte. Ein Film mit “Porno” im Titel, aber als durchaus familientaugliche Romanze/Komödie angelegt und dann noch aus der winzig kleinen Ecke deutscher Filmkunst, mit der ich mich anfreunden kann. (Marc Rothemund hat z.B. “Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit” gemacht, Tom Schilling kennt jeder aus “Crazy” und hat mir in “Verschwende deine Jugend” sehr gut gefallen..)
Sah also nach einem idealen Film für einen vergnüglichen Filmabend mit meiner Freundin aus. Ein besonderes Schmankerl war natürlich, dass der Film in München-Ramersdorf spielt, 5 Minuten von meiner derzeitigen Arbeitsstelle entfernt.
Die Handlung des Films lässt sich ohne große Spoiler schnell herunterbrechen:
Bennie (Tom Schilling), ein junger Polizeidienst-Anwärter, verliebt sich in Luzi, eine Anhängerin der sexuellen Befreiungsbewegung Ende der Sechziger Jahre. Natürlich darf sie unter keinen Umständen herausfinden, welche Karriere er einschlagen will. Bennies großer Bruder steckt überdies in Schwierigkeiten, aber er hat bereits den perfekten Plan, wie er da mit Bennies Hilfe wieder rauskommt. Dieser macht nämlich bei der Polizei eine Ausbildung zum Polizeikameramann und die dort erworbenen Fähigkeiten sollen nun zum Einsatz kommen. Die Idee: Auf der Welle des finanziellen Erfolgs von Oswald Kolle möchte man mitschwimmen, ein “Aufklärungsfilm” soll gedreht werden. Zunächst lehnt Bennie in einer Mischung aus Abscheu und Neugierde ab, lässt sich aber dann doch breitschlagen – aber von der Polizei darf da auf gar keinen Fall jemand etwas mitbekommen, natürlich. Und wie das dann in Filmen so ist, sind diese zwei parallel laufenden Geheimnisse schwer miteinander vereinbar und im Laufe des Films kommt es vor dem großen Happy End zu allerlei dramatischen Wendepunkten.
Ich hatte mir ein wenig mehr erhofft, die witzigsten Szenen waren leider die in den Film eingestreuten echten Szenen aus Aufklärungsfilmen der damaligen Zeit, ansonsten von einzelnen Höhepunkten (Hoho!) der verschiedenen Charaktere abgesehen ein wenig mau. Die Handlung ist doch extrem vorhersehbar, so dass sich keine rechte Spannung einstellen wollte – auch wenn die Schauspieler ihre Sache alle gut machen. Es ist im Grunde eben einfach solide Filmkost, nichts Besonderes, aber man kann den Film durchaus mal anschauen und wird dabei gut unterhalten. In mein Regal iTunes kommt er aber nicht, da gibt es zu viele witzigere, schönere und berührendere Liebeskomödien.
Interessanterweise hat meiner Freundin der Film wohl besser gefallen als mir, sie hat nach dem Schauen gesagt, sie sei überrascht, wie gut der Film ihr gefallen habe. Vielleicht hatte sie aber auch einfach ursprünglich sehr wenig von einem Film mit Namen “Pornorama”, den ich vorgeschlagen habe zu schauen, erwartet.

