06.09.2008
The Dark Knight
Christopher Nolan – USA, 2008
IMDB – de.wikipedia – en.wikipedia – Amazon
Impressive! Mir werden in diesem Eintrag mit Sicherheit früher oder später die Superlative ausgehen. Ich habe diesen Mittwoch nun endlich die Zeit gefunden mir den neuen Batman anzusehen und ich war begeistert. So begeistert, dass ich ihn unbedingt auch noch im Originalton sehen wollte, und genau von dieser Vorstellung komme ich gerade nach Hause. Dieser Film wird dem Hype gerecht – sage ich jetzt, im Nachhinein. Denn ich habe mich im Vorfeld nicht davon infizieren lassen. Gerade als nach Ledgers Tod wirklich alle Welt nur noch am Geifern ob seiner grandiosesten Rolle aller Zeiten war, bin ich eher skeptisch geblieben. Der erste Teil der neuen Batman-Reihe hatte mir gefallen, aber mich nicht begeistert. Ich war froh, mal wieder einen anständigen Batman zu sehen, wurde man doch von Clooney und Kilmer wirklich auf eine harte Probe gestellt. Die Teaser und Trailer zum jetzigen Nachfolger haben mich zwar mit ihrer beklemmenden Stimmung sehr gefesselt/angefixt, aber ich ging am Mittwoch dennoch “nur” mit der Erwartung an einen grundsoliden, ordentlichen Film in den Kinosaal.
Meine Erwartungen wurden meilenweit übertroffen. Ich möchte die neuen Filme ungern mit den beiden Streifen von Burton vergleichen, die auch grandios waren – für mich persönlich aber stellt “The Dark Knight” nicht nur alle bisher dagewesenen Batman-Teile in den Schatten, er ist auch losgelöst von dem Begriff “Batman-Film” ein absolut überragendes Werk. Es stimmt einfach alles – die Darsteller spielen allesamt grandios, das Skript ist hervorragend und die oft atemberaubenden Aufnahmen werden durch den Soundtrack perfekt unterstrichen. Die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz, der Anteil an Tiefgründigkeit ist so gewählt, dass es nicht durch Überstrapazierung ins Kitschige umschlägt. Leider sehe ich kaum eine Möglichkeit, auf alles das genauer einzugehen, ohne massiv zu Spoilern, wer den Film also noch nicht gesehen hat: Nicht weiterlesen und sofort ins nächste Kino gehen. Wer die Möglichkeit hat, muss diesen Film unbedingt im O-Ton sehen, er ist nochmals deutlich besser, versprochen!
WARNUNG: Spoiler ab hier!
Die Darsteller
- Christian Bale schätze ich seit “Equilibrium” sehr, der Film hat mich insbesondere durch seine Leistung ziemlich überrascht. “American Psycho” habe ich mir dann erst aufgrund dessen angesehen, aber mein Favorit bleibt “Equilibrium” – er bedient vermutlich meinen kleinen Matrix-Fetisch besser.

Er verkörpert Bruce Wayne / Batman ausgezeichnet, und hat mir auch in “Batman Begins” schon hervorragend gefallen. In seinen Augen erkennt man, mit welcher tiefen Entschlossenheit aber auch aus welcher Verzweiflung und Not heraus er geworden ist, was ihn nun nicht mehr loslässt. - Maggie Gyllenhaal war mir bis jetzt namentlich unbekannt, obwohl ich sie schon in ein paar Filmen gesehen hatte. Sie macht ihre Sache ordentlich – auch wenn Katie Holmes sicher keine großen Fußstapfen hinterlässt in die sie treten muss, ein Schauspielerwechsel ist immer katastrophal und Fräulein Dawson möge für immer dafür in der Hölle schmoren, dass sie der Reihe das angetan hat. Lieber Katie Holmes als einen Schauspielerwechsel – immerhin sehen sich beide dann doch teilweise so ähnlich, dass es verkraftbar wird. Ihre Leistung wird durch die furchtbare Synchronstimme mal ganz locker um 50% geschmälert, sie hat mir vorhin im O-Ton an vielen Stellen deutlich besser gefallen.
- Gary Oldman mimt grandios den abgehalfterten, alten und verzweifelt/verlorenen Gordon. Er macht das so gut, dass man direkt darauf achten muss, Gary Oldman, den Schauspieler und seine Leistung dahinter noch zu erkennen. Wenn ich daran denke, was er in “Leon – der Profi”, “The 5th Element”, “Air Force One” und anderen Filmen schon alles an Rollen verkörpert hat, bin ich umso beeindruckter von ihm.
- Aaron Eckhart habe ich bislang nur in “The Core” gesehen, sicher nicht gerade sein bester Film. Harvey Dent passt gut zu ihm, vor allem seine Wandlung zum Ende hin gefällt mir sehr gut. Ich habe in einigen Kritiken gelesen, dass sowohl seine Einführung zu Beginn des Films als auch die Wandlung am Ende zu schnell und dadurch unglaubwürdig seien. Dem kann ich nicht zustimmen, ich finde, dass Eckhart es sehr gut schafft, trotz der kurzen Zeit sehr glaubwürdig darzustellen, was in seinem Charakter vorgeht. Um ein Vielfaches besser allerdings mit seiner eigenen Stimme – da gruselt es einen stellenweise genau wie beim Joker, während er im Deutschen niemals durch sein bloßes Stimmvolumen besticht.
- Morgan Freeman spielt auch mit.
Naja, er spielt gut, wie eigentlich immer, ragt nicht heraus und hat auch keine besonders große Rolle – aber es ist schön, dass er zwischendurch auf der Leinwand ist. - Michael Caine ist der perfekte Butler für den Batman, den Christian Bale gibt. Batman ohne Alfred – undenkbar!
- Heath Ledger – das Beste zum Schluss. Wie schon gesagt, war ich skeptisch. Ich kenne nur “10 Dinge, die ich an Dir hasse” und “Der Patriot”, beides ordentliche Filme, aber er fiel mir in keinem besonders auf. Die Trailer deuteten zwar an, dass er einen guten Joker geben würde, aber niemals hätte ich damit gerechnet, dass er so gut ist. Ledger spielt den Joker nicht, er ist der Joker. Dieser Satz ist furchtbar pathetisch, aber er ist so zutreffend, dass ich ihn dennoch verwende. Die Rolle ist grandios in den Film, in die Story, eingearbeitet – keine der anderen Rollen, nichtmal Batman selbst, hat für mein Empfinden im Rahmen des Skripts die Möglichkeit zu einer derartigen Glanzleistung. Aber Ledger geht so beängstigend intensiv in der Rolle auf, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Mir ist jetzt beim zweiten Sehen aufgefallen, dass er im ganzen Film beinahe überhaupt nicht lacht – mit den Mundwinkeln. Auch wenn er seine schaudernde Lache loslässt, er verzieht keine Miene, nur die Schminke lässt ihn als Dauergrinser erscheinen. Wenn man darauf ein wenig achtet, ist es sehr beeindruckend, wie akkurat Ledger permanent aufgepasst haben muss, denn einen verrückten Clown zu spielen, ohne beim Lachen die Mundwinkel zu verziehen – dazu gehört viel Disziplin. Sehr interessant fand ich, dass auch Robin Williams für die Rolle angefragt hatte, aber abgelehnt wurde. So sehr ich viele Filme mit ihm mag, für “The Dark Knight” war das ganz klar die richtige Entscheidung.
Auch für den Joker gilt aber: In der deutschen Fassung bekommt man nur einen lahmen Abklatsch von der abgrundtief bösen und wahnsinnigen Interpretation, die Ledger abliefert. Die tiefe Stimme wirkt viel, viel bedrohlicher und geisteskranker als die vergleichsweise hohe deutsche Stimme.
Die Story/das Skript
Ich habe viele Beschwerden gelesen, dass der Film zu lang sei, wahlweise kombiniert mit der Idee, man hätte doch den Teil mit Two-Face in einen eigenen Film auslagern sollen. Nun, ich will nicht abstreiten, dass Eckhart und die Geschichte um Two-Face gut und interessant genug für einen eigenen Teil wären – ich würde das übrigens noch gar nicht ausschließen. Aber: Betrachtet man das Gesamtkonzept des Films muss ich sagen, dass die Aufteilung so absolut richtig ist. Wer fordert, Two-Face in einen eigenen Film zu stecken, der verkennt meiner Meinung nach, dass sein Wandel am Ende des Films erst den endgültigen Sieg, den teuflischen Triumph des Joker, perfekt macht. Die absolute Vernichtung von Harvey Dent als weißen Ritter von Gotham.. erst die Tatsache, dass er tatsächlich die Münze für den Jungen wirft, schließt doch den Kreis. Würde man das erst in einem weiteren Teil passieren lassen, dann würde der Joker im jetzigen Teil deutlich an Schrecken und Abartigkeit verlieren. “Oh, ja, genau.. das war doch der mit dem verbrannten Gesicht..” – viel mehr würden sich die meisten kaum mehr denken, wäre Two-Face in drei Jahren der neue Hauptwidersacher. Aber so, als tragischen Höhepunkt der zahllosen Perversionen des Joker, entfaltet die erzwungene Wandlung von Dent erst ihre volle Bandbreite an menschlichen und moralischen Abgründen.
Ein interessanter Nebeneffekt bei mir ist, dass ich durch die Wirkung, die “The Dark Knight” auf mich hat, “Batman Begins” teilweise in einem ganz neuen Licht sehe. Es ist eben wirklich “nur” der Prolog, und als solcher durchaus “besser” denn als “ein neuer Batman-Film” im bisherigen Sinne. Nolan schwebt hoffentlich noch Größeres vor, aber man merkt am Aufbau der beiden neue Filme ganz deutlich, dass ihm wirklich etwas an dem Stoff liegt. Kennt man beide Filme, so wirken sie in der Gesamtheit deutlich “künstlerisch wertvoller” als die bisherigen Filme oder als für sich allein betrachtet. Und ich finde außerdem, dass da einfach noch ein furioses Finale her muss!
Was ich neben diesem “Masterplan” des Joker noch sehr schön herausgearbeitet finde, ist die gegenseitige Bewunderung von Batman/Bruce Wayne und Harvey Dent, dunklem und weißen Ritter. Früh wird (in der Originalfassung jedenfalls..) deutlich, dass jeder den anderen auf eine seltsam anmutende Art und Weise zu beneiden scheint. Batman möchte nicht mehr unter dem Kostüm stecken müssen, um Gutes zu tun, während Dent auf Batman angewiesen ist, um seine reine Weste zu behalten und Zeiten zu überstehen, denen er und der Rechtsstaat (scheinbar!) nicht gewachsen sind. Es beginnt mit ihrer gegenseitigen Belobhudelung im Restaurant, wird bei der Benefizgala deutlich untermauert, gerät in der Extremsituation nach dem Bürgermeister-Attentat ins Wanken und als die Symbiose mit der geplanten Demaskierung Batmans am Ende angekommen scheint, gelingt es Dent durch ein geschicktes Manöver sie noch weiter zu führen als zuvor. Im Kontext dieser Beziehung stellt sich mir eine Frage, auf die ich auch beim zweiten Schauen keine eindeutige Antwort finden konnte und auf eure Meinung gespannt bin:
Der Joker nennt Batman beim Verhör ja beide Adressen, aber vertauscht. Man denkt also, Batman geht ihm auf den Leim, da er ja sagt, er wolle Rachel retten und die Polizei solle Dent holen. Meine Theorie: Batman durchschaut den Trick mit den vertauschten Adressen sofort – und weil er so sehr von der Notwendigkeit eines weißen Ritters in Gotham City überzeugt ist, spart er sich lange Erklärungen, sagt nur “Rachel” und fährt los, um Dent zu retten – mit dem Wissen, dass er damit Rachel opfert. Am Ende des Films sagt Two-Face, dass das einzig Gerechte der Zufall sei und der Junge dieselbe Chance wie Rachel haben soll: 50/50. Batman antwortet ihm, dass Rachels Tod kein Zufall war. Das kann man, muss man aber natürlich nicht, als Bestätigung der Theorie sehen – ich für mich persönlich finde es allerdings sehr passend. Es verleiht dem Ende von Harvey Dent als das korrekte, rechtschaffende Gegenstück zu Batman, der von diesem Ideal so überzeugt ist, dass er bereit ist mehr als nur sich selbst dafür zu opfern, noch mehr Tragik.
Bilder/Effekte
Ich finde das “neue” Gotham City passend – sauberer und augenscheinlich im Aufschwung. Und genau ob diese Wandlung nur Fassade ist oder nicht, soll im Film ausgelotet werden. Die Stadt beweist, dass sie den modernen Anstrich verdient, als keines der Schiffe in die Luft fliegt. Die Ansichten von den Hochhäusern kurz vor dem Sprung in die Tiefe sind auf der großen Leinwand einfach traumhaft anzusehen. Schön fand ich auch, dass der Film seine düstere Atmosphäre trotz “normaler” Szenen am helllichten Tag behält.
Einfach richtig, richtig geil war der Überschlag des Lasters. Nach “Matrix: Reloaded” also schon wieder ein zweiter Teil in dem es eine “Atemstillstand und Totenstille”-Szene mit Lastwagen gibt. Die Zuschauer (in der OV) haben danach applaudiert, so macht Kino Spaß!
Randbemerkung für die Zocker unter uns: Die komplette Szene mit dem Gefangenentransport von Dent hat mich sehr an GTA IV erinnert, wo es auch eine Mission gibt, in der man solch ein Panzerfahrzeug in einem Tunnel blockieren, verfolgen und knacken muss. Teilweise enorm ähnlich Bilder, gerade auch die Abfahrt, die sie wegen des Feuerwahrwagens nehmen, erinnert stark an eine Stelle in Liberty City.
Musik
Ein toller Soundtrack – ich lasse ihn gerade laufen, um während des Schreibens in Stimmung zu bleiben. ![]()
Die Untermalung mit dem lang anhaltenden, “einzelnen Ton” ist verblüffend eindrucksvoll. Absolutes Gänsehaut-Gefühl, als dieser Ton beim Abbiegen des Konvois wieder einsetzt und man kurz darauf den brennenden Feuerwehr-Truck auf der Straße entdeckt. Sehr interessant fand ich auch, dass bereits während dem ersten Teil ein Theme komponiert worden ist, das erst jetzt im zweiten Teil verwendet wurde, hierzu die Aussage von Hans Zimmer: “Wir haben von Anfang an gehofft, dass der Film gut ankommen würde, und dass es einen weiteren geben wird, so dass wir eine Entwicklung der Figur wollten. Er hat sich das Theme bisher noch nicht verdient!”
O-Ton vs. Synchronfassung
An der deutschen Fassung gibt es leider einiges zu bemängeln. Abgesehen davon, dass Rachel und Harvey beide viel Bandbreite einbüßen und der Joker nichtmal halb so gut ist, waren auch ein paar Übersetzungs-Katastrophen dabei. Mir hat es wirklich die Zehennägel aufgerollt, als Harvey relativ am Anfang, kurz nachdem er zu spät zum Gericht kommt, allen Ernstes “Fair ist fair” sagt. Das kann einfach nicht sein. Die englische Redewendung “fair is fair” kann man hervorragend übersetzen, auch im dortigen Kontext wäre es kein Problem gewesen – der dafür Verantwortliche sollte wirklich in hohem Bogen rausfliegen. Ebenfalls ungut fand ich die wörtliche Übersetzung von “calculation” zu “Ich bin gut in Kalkulation” von Lau – das sagt man doch im Deutschen so nicht. Hier hätte “Ich bin gut in Mathe” oder “Ich kann gut rechnen” besser gepasst.
Sehr frappierend, mir aber erst jetzt während der englischen Version aufgefallen: Die Rede, die Bruce Wayne auf der Spendengala für Harvey Dent hält, kam bei mir im Deutschen komplett anders rüber als im Original. Im Deutschen wirkte es auf mich sehr stark so, als würde Bruce Wayne den Staatsanwalt verhöhnen, wie es ihm Rachel dann ja auch vorwirft. Im Original habe ich ihm aber absolut abgekauft, was er Rachel antwortet: Er meinte es so, wie er es gesagt hat. Dadurch ging im Deutschen für mich ein sehr wichtiges Detail unter. Ich war tatsächlich auch ein wenig verwirrt, wie dieser Hohn nun einzuordnen ist, nachdem schon die Restaurant-Szene keinen wirklichen Schluss auf Sympathie oder Antipathie zugelassen hatte.
Fazit
Dieser Film ist ein Meisterwerk! Nolan toppt seinen ersten Batman deutlich, und schafft dadurch einen Film, den Batman-Fans und ebenso genießen können wie Leute, die dem Mythos noch nicht verfallen sind. Mit Leichtigkeit setzt “The Dark Knight” sich an die Spitze meiner 2008 gesehenen Filme – und auch in den Jahren davor gab es wenig, das so ein perfektes Zusammenspiel von Schauspielern, Regisseur, Skript und allen übrigen Faktoren aufweisen konnte. Es macht fast den Eindruck als bemerkten die Darsteller schon während der Dreharbeiten, dass sie da an etwas ganz, ganz Großem arbeiten. Der unendlich bedauernswerte Tod von Ledger macht seine Darstellung gepaart mit Aussagen aus seinen letzten Interviews (“Last week I probably slept an average of two hours a night. … I couldn’t stop thinking. My body was exhausted, and my mind was still going.”“) noch weit über den Kinosessel hinaus beängstigend gut.
Der bisher beste Film des Jahres und hoffentlich erst der Auftakt zum Finale einer der besten Trilogien, die Hollywood dann zu bieten haben wird. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Nolan nochmal so einen Kracher liefern kann. Why so serious?


Hi Agent!
Bin da ganz deiner Meinung. Hab ihn in Luxembourg vor ein paar Wochen auch zum 1. Mal gesehen. In O-Ton. Das kam schon richtig fies rüber. Hab ihn dann nochmal in Deutsch gesehen, und ich war denoch positiv von der Synchro (auch die von Ledger) überrascht. Original war schon besser, aber die Synchro nicht unbedingt schlecht.
Habe auch gelesen, das Hans Zimmer extra ein rostiges Thema verwendet hat für den Joker. Das merkt man beim mehrmaligen Hören des Scores auch deutlich. Es ist einfach so fies und gut gemacht.
Auch für mich gilt dieser Film als einer der Besten der Letzten Jahre. Ganz großes Kino. Ich bin mal gespannt, was der so abräumen wird.
Wir lesen uns auf Apfeltalk
Tommi
Schön, dass wir da wieder auf einer Wellenlänge sind!
Du hast natürlich Recht, das mit den Synchronfassungen ist in Deutschland fast immer Jammern auf hohem Niveau und auch hier kann man den Sprechern im Grunde nichts vorwerfen – es reicht aber eben auch die beste Leistung so gut wie nie aus, um an das Original heranzureichen. Solche Übersetzungspannen, die hingegen wirklich vermeidbar wären, ärgern mich schon sehr.
Bis demnächst in diesem oder einem anderen Theater!
Hallo AgentSmith!
danke für die schöne und ausführliche Kritik. Besonders wie und warum die Joker- und die Two Face-Geschichte in diesem Film zusammengehören, hast du schön dargestellt.
Du hast erwähnt, dass du bisher nur “10 Dinge…” und “Der Patriot” von Heath Ledger kennst. Ich möchte daher empfehlen, auch die Filme “Brokeback Mountain”, “Candy” und “Dogtown Boys” (letzterer mit Ledger in einer Nebenrolle) zu sehen. Die sind zwar von einem ganz anderen, eher “introvertierten” Schauspielstil geprägt als beim Joker im “Dark Knight”. Aber gerade deshalb zeigen sie sehr schön die unglaubliche Vielfalt und auch Intensität von Ledgers Spiel. Heath Ledger war in meinen Augen ganz klar der talentierste Schauspieler seiner Generation (d.h. der unter 30-jährigen) und hätte in den kommenden Jahrzehnten sicher noch viele spannende, schöne und eindrucksvolle Darstellungen geliefert. Echt schade um den Jungen.
Grüße
Frank
Hi Agent Smith,
sehr schöne und tiefgehende Kritik, der ich absolut zustimme. Zu der deutschen Fassung kann ich nichts sagen, da ich mir das gleich gespart habe (zuviele enttäuschende Erlebnisse mit sowas gehabt), aber es überrascht mich nicht, dass es auch heute noch zu solchen Patzern kommt.
Deine Analyse des “Weißer Ritter”/”Schwarzer Ritter” Konzeptes fand ich auch sehr gut. Das ist bei mir so richtig erst später (nachdem ich meine Kritik geschrieben hatte) durchgesunken.
Danke für das Lob, Frank, es freut mich sehr, dass dir mein Text gefallen hat.
Deine Tipps werde ich mir auch demnächst vornehmen – ich kann mir bereits anhand dessen was ich aus Berichten und Trailern zu “Brokeback Mountain” kenne gut vorstellen, dass ich Ledgers Tod nach einigen weiteren Filmen mit ihm als noch schmerzlicheren Verlust empfinden werde als ohnehin schon.
Starstuff, heutzutage habe ich sogar öfter mal den Eindruck, dass da mit wachsender Oberflächlichkeit ans Werk gegangen wird, denn “fair is fair” unübersetzt zu lassen – sowas gibt doch im Abi ne Note schlechter.. :-(