Peter Berg – USA, 2008

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Zum ersten Mal habe ich von Hancock Anfang Mai gelesen, ein Thread im [gEb] wies auf den Trailer hin, gab der Botschaft aber auch gleich den Kommentar “Ich hoffe aber, das sie nicht wieder alle guten Gags bereits im Trailer verballert haben!” mit. Nachdem ich nur diese Ankündigung gelesen und dieses eine Bild gesehen hatte, entschied ich: Ich mag Will Smith, jeder Film mit ihm hat mir bis jetzt gefallen – kein Risiko eingehen. Sollte hier wirklich der Trailer schon alles vorwegnehmen (was ja eine absolute Unart geworden ist in den letzten Jahren!), dann ist mir das auch egal, ich schau ihn einfach nicht an und kann mich dann im Kino wenigstens über diese Szenen auch richtig freuen. Noch liefen die Trailer nicht im Fernsehen, aber auch als das dann mit dem nahenden Filmstart vorkam, habe ich einfach “Lalala”-singend mit zugehaltenen Ohren den Raum verlassen, um mir auf keinen Fall etwas zu verderben. Kurz vor Kinostart meldete dann meine Freundin auch ihr Interesse an dem Film an. Das bedeutet für mich: Sperrgebiet Kino, wehe ich wag es den Film alleine anzuschauen, wenn Madame mal einen Film auserkoren hat, der es wert ist, im Kino betrachtet zu werden. :D Das Problem daran: Sie sucht nicht nur sehr selten einen Film fürs Kino aus, sie findet auch sehr selten Zeit ins Kino zu gehen. Hancock war nicht der erste Film, den ich im Kino verpasst habe, weil sich kein passender Zeitpunkt gefunden hat, gemeinsam reinzugehen. Ehe ich mich also versah, war er schon wieder aus den Kinos verschwunden. Na, zum Glück gibt’s jetzt die DVD und die habe ich mir grade angeschaut. Achtung, Spoiler ab hier!

Dennoch war ich bis zuletzt immer auf der Hut – keine Threads gelesen, von Freunden nicht mehr als eine grobe Einschätzung angehört. Der Tenor ging in Richtung “Naja, ganz ok.” Vereinzelt wurde explizit das Ende als schwach eingestuft, “ansonsten schon gut eigentlich”. Um es kurz zu machen: Mir hat der Film gefallen, auch das Ende fand ich schön und die Geschichte stimmig. Es ist kein Knaller, Will Smith hat schon um Welten bessere Filme abgeliefert, ganz klar. Trotzdem hat mich Hancock sehr zum Lachen gebracht, die Grundidee finde ich erfrischend und für mich hat die Wendung super funktioniert. Dabei stört mich weder dass die Idee mit “Call me asshole/crazy one more time!” ein klein wenig von “Back to the future” geklaut wurde, noch dass es kitschig triefend aufhört. Am meisten gestört hat mich eigentlich die Arsch-frisst-Kopf-Szene, weil das eben nunmal auch für einen Superhelden anatomisch unmöglich zu bewerkstelligen ist und den Film um zehn bis hunderttausend Potenzen klamaukiger macht. Wenn ich dann lese, dass die Szene nur drinblieb, weil sie bei einem Testscreening in Las Vegas (da sind doch nur betrunkene Idioten unterwegs ;) ) ach so toll funktioniert hat, dann zweifle ich doch ein wenig an Peter Berg, den ich insgesamt eher als stärker werdend erachte. Abgesehen davon fand ich auch schade zu erfahren, dass der Film zweimal entschärft wurde, um ein PG-13-Rating statt eines gewinnschmälernden R zu erhalten, denn mehr Biss, Schärfe und “bad ass”-Attitüde hätte dem Film glaube ich durchaus gut getan. So war das Ganze zu stark auf das Familienpublikum ausgelegt, eine Einschränkung ohne die der Film respektive Hancock gewaltig viel mehr auf den Putz hauen hätte können.
Trotzdem – die Idee der Image-Kampagne für einen abgehalfterten Superhelden gefällt mir, Will Smith in dieser Rolle ebenso. Die Herkunfts- und Warum-Frage finde ich schön gelöst und auch die Begründung weshalb die zwei armen Seelen nicht vereint sein dürfen ist clever. Mag sein, dass ich gerade in der richtigen Stimmung war, aber ich fand die Szene in der Charlize Theron dem geschwächten und verunsicherten, “gefallenen” Helden seine Narben erklärt sehr berührend und die perfekte Einleitung des zugegebenermaßen vorhersehbaren Finales. Ich war tatsächlich so in der Dramatik, dass ich für einen Moment lang auch geglaubt hätte, Hancock steht gar nicht mehr auf – wodurch er aber auch “schnell weit genug von ihr weg” wäre, um ihr Überleben und das Happy End zu sichern. Aber hier hat natürlich dann PG-13 seinen Tribut gefordert – egal, das Logo auf dem Mond war ein gelungener Abschluss.

Den Trailer hätte ich mir rückblickend betrachtet ruhig ansehen können, angenehmerweise kommt dort nicht mit einer einzigen Silbe zur Sprache, dass er nicht der einzige seiner Art ist. Aber ich bin sicher, dass Pro7 das dann in ihre Vorschau für diesen Blockbuster reinschneiden werden. Gut, dass ich wenigstens pünktlich zum DVD-Release zum Schauen gekommen bin – wenn ich mich jetzt auch vor dem Nudelholz in Acht nehmen muss, denn natürlich darf ich die DVD auch nicht alleine schauen. Aber wer mir nen Kinobesuch vermasselt, ist raus. (Sollte das mein letzter Eintrag gewesen sein, rächt meinen Tod! :P )

Ach, zu guter Letzt noch das übliche Deutsch-Bashing: Den Trailer habe ich mir eben auch auf Deutsch angesehen und frage mich, wie man überhaupt noch englische Filme in der Synchronfassung schauen kann. Das ist ja unerträglich. Keiner der Charaktere zündet, alle wirken deplatziert und künstlich. Da kann ich viele der Meinungen von Freunden und Bekannten gut nachvollziehen – allein schon mit der Stimme von Will Smith steht und fällt der Film. Im Original kauf ich ihm die Rolle ab, auf Deutsch nicht.