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Und die nächste Serie am Stück fertig geschaut. Schon als ich bei “Seinfeld” aufs Ende zusteuerte, hab ich begonnen zu überlegen, was ich direkt im Anschluss schauen soll. Nach dem Ende einer Serie bin ich meist ein bisschen niedergeschlagen und je besser die Serie, desto stärker die bedrückende Stimmung. Diesmal plante ich, dieser Phase ganz einfach gar keinen Raum geben, und “King of Queens” wollte ich schon komplett sehen seit die Ausstrahlung beendet worden war. Es war übrigens die letzte Serie (mit Realdarstellern), deren Austrahlung in den 90ern begonnen und die es ins 21. Jahrhundert geschafft hat.
Bis etwa zur fünften Staffel hab ich die Sendung relativ regelmäßig in der deutschen Erstausstrahlung mitverfolgt, aber irgendwann so viele Folgen verpasst, dass ich entschieden habe, damit aufzuhören und dann mal alle hintereinander auf DVD zu gucken. Nun, die Zeit verging und ich kam nie dazu, die Serie wurde in der Zwischenzeit eingestellt – aber ich wusste um ihre Qualität Bescheid und kannte die ersten Staffeln schon. Der perfekte Lückenfüller also, am Anfang einfach nebenher schaubar und dann endlich erfahren, wie es Doug und Carrie weiter ergangen ist. Natürlich auf Englisch, wenn schon die Gelegenheit dazu da ist.

Marge Simpson hatte, und ich betone die Vergangenheitsform, eine wirklich gute deutsche Stimme. Auch bei King of Queens finde ich die deutschen Sprecher sehr gut gewählt und bei bisher keiner Serie, die ich schon gut auf Deutsch kannte, hab ich so lange gebraucht, bis ich mich an die englischen Stimmen gewöhnt hatte. In der richtigen Stimmung für Familie Heffernan war ich trotzdem schnell wieder. Was mir beim Schauen aufgefallen ist: Im Gegensatz zu Seinfeld, wo ich keine Folge “besser” als eine andere bezeichnen wollen würde, schwangt es bei KoQ teilweise. Gerade in der siebten und achten Staffel gab es einige Folgen, die ich enorm schwach fand. Vermutlich gab es auch deshalb nur noch eine halbe neunte Staffel – die einen schönen und würdigen Schluss erzählt, mit dem man die Serie insgesamt in guter Erinnerung behalten kann. Achtung, Spoiler ab hier!

Faszinierend finde ich die Beziehungsgeflechte und Vetternwirtschaft: Die Mutter von Spence, die ja stets mit Arthur flirtet und ihn letztendlich auch heiratet, ist im wahren Leben tatsächlich die Frau von Jerry Stiller. Der Gastauftritt von seinem Sohn Ben Stiller als Vater von Arthur ist sowieso grandios, aber auch das zweite Stiller-Kind, Bens Schwester Amy spielt mit: Als Bedienung zunächst im Café (in dem Arthur sie erpresst, um Kunde des Monats zu werden) und dann in der Videothek in der Folge, in der Adam Sandler einen alten Schulkollegen von Doug spielt. Außer dem “Big Daddy” haben auch “Bree” und “Mrs. McCluskey” von den verzweifelten Hausfrauen sowie Huey Lewis, William Hurt und andere Stars mehr oder weniger lang einen Gastauftritt. Auch Adam West, Batman aus der genialen Real-Serie aus den 60ern. Besonders klasse finde ich aber Lou Ferrigno, der sich selbst – den Darsteller aus der Hulk-Fernsehserie – spielt. Seine trockenen Bemerkungen, wenn wieder mal ein Hulk-Witz am Pokertisch gefallen ist, gehören zu den absoluten Höhepunkten der ganzen Serie und ich war erfreut, dass er in der letzten Folge nochmal einen tollen Gag bekommen hat. Aber auch die Lebenspartner von Doug (als Nagelpflegerin von Carrie) und Carrie (als Rico, der Neue mit dem Akzent) tauchen ab und an in der Serie auf.

Insgesamt trotz kleiner Durchhänger einfach eine tolle Serie, die mir schon zu Schulzeiten viele heitere Momente beschert hat und mich die Trauer über das Ende von Seinfeld wunderbar verdrängen hat lassen. ;)