Steven Brill – USA, 2008

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Nachdem ich letztens festgestellt hatte, dass mir ein Film mit John Cusack nur deshalb entgangen wäre, weil es sich um eine “Direct-to-DVD”-Produktion gehandelt hat, hab ich mal ein wenig gestöbert, ob mir da vielleicht noch mehr entgangen ist und dabei ein paar interessante Filme entdeckt. Einer davon ist “Drillbit Taylor” – zwar angeblich im Mai in den Kinos gewesen, aber ich habe noch nie zuvor irgendwas davon gehört, obwohl ich ein großer Fan von Owen Wilson bin. Insgesamt ist es auch ein schwächerer Film als die meisten mit seiner Beteiligung, was wohl auch der Grund ist, warum ich zuvor nirgends ein Sterbenswörtchen davon gehört habe.

Die Geschichte ist simpel: Drei Kids werden in der High School regelmäßig gemobbt, drangsaliert und schikaniert. Sie sind verzweifelt und setzen eine Anzeige auf: Bodyguard gesucht. Nach ein paar noch verrückteren Bewerbern stellt sich schliesslich Taylor vor, ohne den Jungs aber sein wahres Ich zu offenbaren. Er ist ein Obdachloser, hat keinen Job, kein Geld und keine Perspektive. Nichtsdestotrotz führt das “Vorstellungsgespräch” dazu, dass er engagiert wird. Es folgt ein Überlebenstraining für die Jungs und ein Benimmkurs für Taylor – er kommt nämlich als falscher Aushilfe-Lehrer mit in die Schule, um alles zu überwachen. Leider geht im Grunde permanent alles schief und nach einigem Hin und Her kommt es zum Zerwürfnis und natürlich auch zum abschliessenden Happy End. Eine romantische Love-Story mit einer der Lehrerinnen darf auch nicht fehlen, versteht sich.

Wie gesagt: Owen Wilson hat schon bessere Filme gehabt. Der Fokus in diesem Film liegt auch eher auf den drei Jungs als auf seinem Character, und es sind dann im Endeffekt die Szenen mit ihm, die den Film halbwegs sehenswert machen. Gerade die Szenen im Lehrerzimmer der Schule sind oft sehr amüsant. Mick LaSalle fasst das in seiner Kritik zu dem Film sehr gut zusammen: ” There’s a raging gulf between Owen Wilson’s talent and the quality of his movies. His comic timing, his distinct look, his versatility, his combination of darkness and light, his verbal dexterity, his ease in his body and his engaging personality all argue in favor of an actor who should be banking one terrific movie after another. And if not terrific, good. And if not good, respectable. And if not respectable, at least not embarrassing. Instead, Wilson movies such as “The Big Bounce,” “You, Me and Dupree” and “Drillbit Taylor” are built on the actor’s back. They are flimsy constructions in which Wilson is asked to be the structural support, the function, the design, everything, and to look cheerful while doing it.”
Wer wirklich auf Owen Wilson steht, sollte den Film mal Anschauen, aber man verpasst im Grunde nichts, wenn man es bleiben lässt. Dann lieber nochmal das grandiose “Starsky & Hutch”-Remake, “Shanghai Noon/Knights”, “The Royal Tenenbaums” oder den außergewöhnlich schönen “The Darjeeling Limited” anschauen. Steven Brill’s gute Tage scheinen auch gezählt, der Mann hat schon deutlich bessere Filme gemacht.