Matthew Vaughn – GB, 2004

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Matthew Vaughn, der Produzent von “Snatch” (Schweine und Diamanten) und “Lock, Stock & Two Smoking Barrels” (Bube, Dame, König, Gras), hat sich 2004 erstmals auch als Regisseur versucht und einen, meiner Meinung nach, sehr hochwertigen Film geschaffen. Wer allerdings “Snatch” nicht mochte, der wird an “Layer Cake” kaum Freude haben, denn “Humor”, Brutalität und Gangart der Filme sind sich sehr ähnlich. Bei seiner eigenen Regiearbeit hat Vaughn jedoch ein noch etwas düstereres Ambiente geschaffen als Guy Ritchie es im mitunter von eher schrillen Szenen aufgelockerten “Snatch” getan hat. Um den noch immer nicht ganz verdauten Bond-Durchhänger zu kompensieren, habe ich mir den Film gestern noch mal angeschaut. Daniel Craig spielt den Handlanger eines hohen Tieres in der britischen Drogenszene, möchte aber aus dem Geschäft aussteigen.

Er ist mittlerweile 29 Jahre alt und hat sich einen Namen gemacht und hat nun fest vor, auch diesmal seinem Motto “Hör auf, wenn’s am Schönsten ist!” treu zu bleiben. Aber wie das nunmal so ist in der Unterwelt, gefällt dieses Vorhaben verschiedenen Leuten gar nicht gut. Deshalb – und wegen einiger anderer Vorkommnisse, die zum Schluss hin alle zusammenlaufen – entsteht eine Menge Chaos und Ärger während XXXX 1 versucht seinen letzten Auftrag sauber zu erledigen, um dann endlich mit dem Drogengeschäft abzuschliessen.

Craig verkörpert die Rolle enorm gut, in seinem Spiel ist das zunehmende Entsetzen über die Zusammenhänge hervorragend mitfühlbar. Auch die anderen Darsteller sind gut gewählt und tragen zusammen mit den schönen Sets und Schauplätzen zu der Atmosphäre des Films bei. Musikalisch unterlegt sind die Szenen oft mit wunderbar “unpassenden” Songs, seicht-fröhlicher Pop während einer brutalen Schlägerei etwa. Der Streifen kann mit einigen sehr ansehnlichen Einstellungen aufwarten und nicht nur der Kameramann hat gute Arbeit geleistet, sondern auch der Cutter. Es gibt gen Ende eine sehr flott geschnittene Verfolgungsjagd zu Fuss durch die verschiedenen Räume eines Lagerhauses. Geradezu ein Paradebeispiel dafür, dass hektische, schnelle Sequenzen auch so geschnitten werden können, dass man dem Geschehen problemlos folgen kann. 2

Achtung, Spoiler ab hier! Sehr gut hat mir die Szene gefallen, in der XXXX seinen alten Boss erledigt – kurz, schmerzlos, ohne viel Gerede. Obwohl man irgendwie mit einem Dialog gerechnet hatte, nachdem er zuerst solang zögerte. Das Ende war im Grunde vorhersehbar, da es nahtlos zum restlichen Film passt – schön gemacht. Zumal der Gute ja auch überlebt, der Autor der Buchvorlage denkt wohl bereits über den Nachfolger nach. Besonders gefreut hat mich die Aussage von Craig, dass er nur nochmal mitmacht, wenn Vaughn wieder auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Das hätte er mal bei Bond auch verlangen sollen. ;)
Fast ein wenig seltsam sind seine letzten, an das Publikum gerichteten Worte in dem Film, der seine erste Hauptrolle war: “If you knew my name, you’d be as clever as me” – und ein paar Monate später wurde er offiziell als Bond vorgestellt.

Eines muss noch gesagt werden: Sienna Miller ist ganz locker zehnmal so heiß wie die beiden letzten Bond-Girls zusammen. Wirklich ein Jammer, dass die Ärmste ihre Dessous ganz umsonst angelegt hat.
Wer den Film bislang noch nicht kennt und Filme wie “Snatch” mag, wird vermutlich auch “Layer Cake” gefallen. Die beiden gibt es übrigens im Doppelpack für momentan einen läppischen Euro Aufpreis gegenüber der Einzel-DVD. Anschauen, alle beide!


Footnotes:
  1. So wird Craigs Rolle in den Credits aufgeführt.
  2. Pun intended, stupid QoS-Cutter..