Nick Cassavetes – USA, 2006

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Die Geschichte rund um Nicholas Markowitz (Mega-Spoiler!! NICHT KLICKEN, wer noch unwissend bleiben will!) kannte ich schon länger, ich weiß allerdings nicht mehr woher. Trotzdem ist mir im Vorfeld und auch durch den Trailer nicht klar geworden, dass “Alpha Dog” die Geschichte seiner Entführung nacherzählt. Interessant fand ich den Trailer dennoch und Justin Timberlakes Beteiligung empfand ich als Pluspunkt, da ich (dank dem geilsten Remix von ganz 2007) gerade einen ganz fiesen Ohrwurm von “Sexyback” hatte. Trotzdem hab ich den Film im Kino leider verpasst und bin erst vor gut zwei Wochen dazu gekommen mir endlich die DVD auszuleihen. Insgesamt hat er mit gut gefallen, am Film selbst habe ich im Grunde nur eine winzige Kleinigkeit auszusetzen.

Da die Story den tatsächlichen Ereignissen laut Aussagen von Beteiligten sehr nahekommt, steht sie im Grunde außer Kritik. Natürlich wirkt auf eine gewisse Weise surreal was da geschieht, doch das verstärkt die irritierende Wirkung des Films sehr gut. Der Film will diese Abgründe deutlich machen, ohne mit dem Finger auf einen der Beteiligten zu zeigen. Nick Cassavetes gelingt es sehr gut die Abläufe darzustellen, ohne eine moralische Ebene darüberzulegen – es wird nur wiedergegeben, erzählt. Der Rahmen um den eigentlichen Film mit einer großartigen Sharon Stone und dem ebenso guten Bruce Willis fügt noch eine Prise “Doku-Charakter” hinzu. Das vergisst man aber schnell da einen die Geschichte packt wie es ein spannender fiktionaler Film tut.
Allein weil man den Fall Markowitz kennen sollte, lohnt sich der Streifen. Die Darsteller sind gut, auch (wenn nicht gar besonders) Justin Timberlake.

Was habe ich nun also auszusetzen? Achtung, Spoiler! Das Mündungsfeuer der Uzi beim Finale sieht so derart unrealistisch aus, dass es nicht mehr feierlich ist. Hier hätte ein wenig Minimalismus und Zurückhaltung nicht geschadet, auch bei der darauf folgenden Einstellung des “Grabes” von Zack. Weder die feuernde Uzi noch den verblutenden Zack hätte ich direkt gezeigt.

Trotzdem: Anschauen, unbedingt! Und ich hoffe, dass der Popstar noch ein paar Gelegenheiten in “sympathischeren” Rollen bekommt, um sich einen Namen in Hollywood machen zu können.