Alle Beiträge im December 2008

22.12.2008

The Interpreter (Die Dolmetscherin)

Sydney Pollack – USA, 2005

IMDBde.wikipediaen.wikipediaAmazon

Unglaublich, dieser Film ist wirklich schon 3 Jahre alt? Ich erinnere mich noch an die Plakate für den Film an den U-Bahnhöfen. Bereits seit deren erster Sichtung wollte ich ihn mir anschauen. Nun ja, kommt Zeit, kommt Filmgenuss. Als Rahmenhandlung des Films dient ein Konflikt in einem fiktiven Staat in Südafrika. Geschickt stellt Pollack das allerdings nur während der Einleitung und dem Ende in den Vordergrund. Hingegen handeln die greifbaren Geschehnisse des Films von der Beteiligung einer bei der UN beschäftigten Dolmetscherin an diesem Konflikt und dessen Auswirkungen auf die UN. Das zeigt wirkungsvoll die beklemmende Hilflosigkeit der UN gegenüber den Problemen in Südafrika. Mehr will ich von der Story gar nicht verraten.

(more…)

21.12.2008

Burn After Reading (Wer verbrennt sich hier die Finger?)

Ethan & Joel Coen – USA, 2008

IMDBde.wikipediaen.wikipediaAmazon

Über “Burn After Reading” war im Vorfeld fast nur Gutes zu hören. Kein Wunder bei der Besetzung, möchte man meinen. Außerdem ist er ja auch von den Coen-Göttern-Brüdern. Nachdem ich “No country for old men” allerdings hoffnungslos überbewertet fand, war ich auch hier eher skeptisch, wenngleich die hohe “Star-Dichte” mich hoffen hat lassen, dass der Film Spaß verspricht. Nicht, weil viele große Namen zwangsläufig für einen großen Film stehen, sondern weil es, gerade bei eher unkonventionellen Projekten, darauf hindeutet, dass die Darsteller selbst wirklich Spaß an dem Film haben. Clooney und Pitt können ja auch gut miteinander und John Malkovich habe ich zuletzt in “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy” aus dem Jahre 2005 gesehen, was viel zu lang her ist. Außerdem haben die Coens auch schon Filme gemacht, die mir richtig gut gefielen. Insofern war ich also durchaus erwartungsvoll und frohen Mutes mit einem Rest Skepsis, als ich mir ihr neuestes Werk angesehen habe.

(more…)

20.12.2008

Californication, Season 2

Californication, Season 2

TV.comde.wikipediaen.wikipediaAmazon

Noch nicht einmal Weihnachten vorüber und trotzdem schon die erste Staffel dieser Saison vorbei. Schade, es hätten diesmal für “Californication” gerne auch mehr Folgen sein dürfen. Immerhin, die dritte Staffel ist schon sicher. “Eli Stone” und “Pushing Daisies” hatten da weniger Glück, was ich sehr schade finde. Bleibt zu hoffen, dass Hank mich adäquat darüber hinwegtrösten wird.

Denn zu Beginn der zweiten Staffel gab es doch einen leichten Durchhänger, finde ich. (Achtung, Spoiler.) Auf den Part mit Sonja, die Hanks Kind austrägt und vor allem deren “Mann” Julian, der das Kleine dann wie sein eigenes großziehen will, hätte ich gut verzichten können. Die beiden Charaktere geben meiner Meinung nach nichts her, Julian ist derart überzogen gestört, dass es eher aufgesetzt wirkt, um dem “mindfuck”-Anspruch der Serie gerecht zu werden. Das hat sie aber gar nicht nötig. Hank und Lew bauen genug Scheiße, um diesen Teil gut zu füllen und Lew ist, obwohl ebenfalls ein ziemlicher Arsch, deutlich sympathischer. Die beste Szene “mit” Julian ist da noch wenn Hank ihn in einem seiner zahllosen genialen Sätze, ganz trocken aber sich des großartigen Witzes sehr wohl bewusst, als “Francis Drake” bezeichnet.

(more…)

19.12.2008

Quake Live – Beta

Jeder kennt “Quake 3 Arena”, nicht wahr? Und: Jeder mag Q3A. Zumindest habe ich noch niemanden getroffen, der Q3A nicht hingebungsvoll gespielt hätte, wenn er insgesamt wenigstens ein klein wenig auf Ego-Shooter steht. Und selbst obwohl es nun doch in die Jahre gekommen ist, wird es immer noch sehr häufig gespielt. Es war und ist eben ein nahezu perfektes Spiel, das id Software damals gebaut hat. Kramt man heute seine alte CD raus, muss man allerdings erstmal eine ganze Menge an Patches und Mods runterladen, bevor man Zugang zur aktiven Szene findet. Und dann ist es immer noch verdammt schwierig, ein paar Server zu finden, auf denen man nicht nach 5 Minuten entnervt wieder aufgibt – das Niveau ist abartig, man hat ohne hartes, langes (und zwar wirklich langes) Training kaum eine Chance. Das ist schade und genau diesen Problemen begegnet id Software mit “Quake Live”.

Es handelt sich dabei im Prinzip “nur” um ein aufgebohrtes Q3A. Das Besondere dabei ist: Es läuft komplett im Browser ab. Man installiert das QuakeLive-Plugin, startet den Browser neu, besucht dann die QuakeLive-Website und schon kann man loslegen. Es trennt einen, sofern man die (kostenlose!) Account-Erstellung schon hinter sich hat, nur noch der Klick auf den “Play”-Button von einem Online-Match. Und jetzt wird es richtig interessant: Da alle Spiele zentral über die Website ablaufen, gibt es für jeden Spieler globale Statistiken. Das ist einerseits schön anzuschauen, andererseits werden diese Daten dafür genutzt, passende Gegenspieler zu finden. Man findet sich also im Idealfall in einem Match wieder, in dem man eine realistische Chance hat.

id Software leistet mit Quake Live hervorragende Arbeit – die Website ist flott und übersichtlich, die Engine läuft perfekt und man fühlt sich sofort in alte Q3A-Zeiten zurückversetzt. Anfänger werden an die Hand genommen und dürfen zu Beginn erst einmal den bekannten Trainingslevel mit Crash spielen, der um zusätzliche Erklärungen ergänzt wurde. Man kann auch gegen Bots spielen, um sein Skill-Level auszutesten. Es spielt sich minimal flotter als Q3A, aber wie schon gesagt: Wenn man auf Vollbild stellt, kommt es einem vor, als würde man wieder das Original spielen.
Momentan ist das ganze noch im “closed Beta”-Status, aber die letzten News verkündeten, das möglicherweise schon bald die open Beta startet. Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an zscan für den Invite!

Im Anschluss noch einige Bilder vom Interface, die jedes Zockerherz höher schlagen lassen sollten. ;)

(more…)

18.12.2008

Fuck’s just a word and it’s all fucked up!

Fuck! Fuck! Fuck! Nicht nur Kid Rock hat Spaß daran, dass im deutschen TV ungeniert geflucht werden darf, mir gefällt das auch. Ich nehme mal an, dass niemand ernsthaft bestreiten will, wie absurd die Praxis des “Überpiepsens” ist, wenn in der nächsten Szene munter geballert und geprügelt werden kann, ohne dass dabei das halbe Bild geschwärzt wird.
Aber gut, “drüben” ticken sie nunmal teilweise anders, man hat sich ja schon daran gewöhnt. Sehr traurige Folgen hatte das vor Kurzem beim besten “Running gag” der letzten Jahre, denn nach wie vor scheint es keine Version ohne Piepser zu geben. Wer sich noch ein wenig genauer über die Hintergründe des “Piepsens” informieren möchte, findet wie immer Rat bei der Wikipedia.

Ich bin ja nicht der Erste, der auf die Idee kommt, sich über diese Borniertheit zu ereifern: Seien es nun Lieder wie das schon im Titel zitierte “Hot Dog” von Limp Bizkit, “Family Reunion” von Blink-182 oder Fernsehserien wie die Simpsons, Southpark und sogar Spongebob.

Wieso also spiele ich jetzt das Rumpelstilzchen?
Nun, ich habe mir kürzlich ein paar DVDs gekauft. Tolle Musik-DVDs, zwei Live-Konzerte und eine DVD mit Musikvideos (auch eines meiner Lieblingsthemen). Limp Bizkit – Greatest Hitz heißt die Scheibe und sie beinhaltet auch in der Tat beinahe alle Videos meiner mittlerweile gefallenen Jugendhelden. Aber schon beim ersten Reinhören stocke ich auf einmal entsetzt: Habe ich da eben wirklich ein “fuck”, das rauseditiert wurde “gehört”?
Ja, in der Tat. Die Videos auf der DVD sind allesamt zensiert. Ich fasse es nicht, aber was will man von den Lichtgestalten bei Universal auch anderes erwarten? Die Scheibe wird beim nächsten Besuch des Händlers direkt wieder in Geld zurückverwandelt, verarschen kann ich mich nämlich auch alleine.

Das ist einfach zu viel des Guten – wieso kann man nicht für die gesamte “normale” Welt (Nein, keine Ami-Bashing-Diskussion anfangen – ich meine das jetzt nur auf die “seven dirty words” bezogen.), die zusammen genommen doch ganz locker einen mindestens gleichgroßen Absatzmarkt darstellen dürfte, eine Erwachsenen-Version herausbringen?
“Californication” beispielsweise kann in den USA nur unzensiert im Fernsehen laufen, weil es bei einem Pay-TV-Sender kommt. Hier in Deutschland läuft es problemlos im “normalen” Privatfernsehen.
Bei den Dreharbeiten [zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"] musste jede Szene, in der das Wort “fuck” auftaucht, für den US-amerikanischen Markt ein zweites Mal gedreht werden. Dabei musste im Drehbuchtext das F-Wort durch die harmloseren Wörter “blimey” oder “crumbs” (deutsch etwa “Mist” oder “Herrje”) ersetzt werden. Eine Synchronisation des Tons hätte nicht ausgereicht, da man an den Lippen des Schauspielers Hugh Grant noch immer deutlich das F-Wort hätte ablesen können. Der Drehbuchautor Richard Curtis und der Regisseur Mike Newell schrieben später in ihrem Drehtagebuch, sie hätten aufgrund der Verpflichtung, diese Regel einzuhalten, noch nie so viel geflucht und das F-Wort verwendet wie während der Dreharbeiten zu diesem Film. Weil so viele Szenen ein zweites Mal gedreht werden mussten, nur um die seven dirty words zu umgehen, erhöhte sich der Film-Etat um etwa 20 %. (Wikipedia)
Da wundert es einen doch, wie groß die Lobby der Spießer in den USA wohl leider nach wie vor ist, dass die kreativen Köpfe sich diese Unmöglichkeit immer noch gefallen lassen müssen.

Was war ich froh, als bei einer der beiden Live-DVDs wenigstens Chester mit den Worten “Holy shit, this is fucking amazing!” das Pulikum begrüßen konnte, ohne von der Moralpolizei ausgeblendet zu werden.

16.12.2008

The Day the Earth Stood Still (Der Tag, an dem die Erde stillstand)

The Day the Earth Stood Still

Scott Derrickson – USA, 2008

IMDBde.wikipediaen.wikipediaAmazon

Himmel, was war ich scharf auf diesen Film, als ich den ersten Teaser angeschaut hatte. Da gab es nicht viel zu sehen, aber die Stimmung war atemberaubend. Der beste Teaser seit den Cloverfield-Trailern. Oha, Cloverfield? Ja, das beste Beispiel für grade noch erträgliche Filme mit herausragenden Trailern der letzten Jahre – die Parallele wurde mir schnell bewusst. Schon der erste Trailer zu TDTESS, in dem für meinen Geschmack deutlich zu viel verraten wurde, zerstörte schnell die Hoffnungen auf einen richtig genialen Überraschungshit. Genug Potential für einen netten Filmabend habe ich als alter Optimist trotzdem noch darin gesehen und wenn schon, dann muss man sich solche “Science Fiction”-Kalauer natürlich im Kino geben. Während der Wartezeit auf den Start fielen mir die nicht unerheblichen Werbemassnahmen auf, die für den Film betrieben wurden. Zusammen mit der Box Office Platzierung auf #1 stimmten diese mich nicht unbedingt zuversichtlicher, was die Qualität des Films anging. Meine Erwartungshaltung war also bei Null angelangt, was aber ja auch manchmal schon für um so schönere Überraschungen gesorgt hat.

(more…)