Sydney Pollack – USA, 2005

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Unglaublich, dieser Film ist wirklich schon 3 Jahre alt? Ich erinnere mich noch an die Plakate für den Film an den U-Bahnhöfen. Bereits seit deren erster Sichtung wollte ich ihn mir anschauen. Nun ja, kommt Zeit, kommt Filmgenuss. Als Rahmenhandlung des Films dient ein Konflikt in einem fiktiven Staat in Südafrika. Geschickt stellt Pollack das allerdings nur während der Einleitung und dem Ende in den Vordergrund. Hingegen handeln die greifbaren Geschehnisse des Films von der Beteiligung einer bei der UN beschäftigten Dolmetscherin an diesem Konflikt und dessen Auswirkungen auf die UN. Das zeigt wirkungsvoll die beklemmende Hilflosigkeit der UN gegenüber den Problemen in Südafrika. Mehr will ich von der Story gar nicht verraten.

Ich kann nicht sagen weshalb, aber Sean Penn gehört nicht zu den Schauspielern, deren Name auf dem Plakat bei mir bereits Interesse an einem Film auslöst. Ich habe keine konkrete negative Erfahrung mit ihm, aber auch keine Knüller in Erinnerung. Bis jetzt, denn seine Leistung hier hat mir wirklich gefallen. War wohl genau die richtige Rolle für ihn. 1 Auch Kidman spielt gewohnt stark, die übrigen Darsteller stehen deutlich im Schatten der beiden Stars. Das macht aber nichts, da der Film so angelegt ist und die anderen Charaktere dennoch gut verkörpert werden.
Sehr gefallen hat mir die Tatsache, dass die Story nicht so vorhersehbar war wie es leider üblich geworden ist. Es mag daran gelegen haben, dass einige der “Dolmetscher”-Szenen im O-Ton doch sehr anstrengend zu verstehen sind, aber bis kurz vor dem Höhepunkt war mir der Wendepunkt verborgen geblieben.
Teilweise hat der Film Längen, da er sich viel Zeit nimmt, um die Charaktere einzuführen und die Handlung zu entfalten. Dennoch wird er dabei nicht langweilig, es war im Gegenteil sehr angenehm mal wieder einen Thriller sehen zu können, bei dem einem nicht von Kamera und Schnitt fast übel wird. Sydney Pollacks Handschrift ist hier deutlich zu bemerken.

Ein sehenswerter Film, auch weil er der erste ist für den tatsächlich innerhalb des UN-Hauptsitzes, etwa dem Saal der Generalversammlung, gedreht werden durfte. Kofi Annan war einfach cool. :D


Footnotes:
  1. Während des Films ist mir aufgefallen, dass sämtliche Gesichtsausdrücke aus dem (bescheidenen) Repertoire des Patrick Dempsey von Sean Penn geklaut zu sein scheinen. Überhaupt guckt der nervigste Arzt seit George Clooney aus wie eine etwas dicklichere Version von Penn.