03.01.2009
88 Minutes
Jon Avnet – USA, 2008
IMDB – de.wikipedia – en.wikipedia – Amazon
Ach Herrje, was war das denn? Nachdem mir Al Pacino in “Righteous Kill”, ebenfalls von Jon Avnet, noch sehr gut gefallen hatte, bin ich direkt ein wenig erschrocken darüber, wie platt dieser “Vorgänger” 1 war. Zwar spielt De Niro hier natürlich nicht mit, aber das sich das so stark auswirkt, hätte ich nicht gedacht. Allerdings ist es die dünne Story, die den Film hauptsächlich runter zieht.
Das ist sehr schade, denn zu Beginn war ich vom ersten Wiedersehen mit Benjamin McKenzie aka Ryan Atwood seit The O.C. noch positiv überrascht. Er spielt hier einen Studenten aus der Klasse von Dr. Jack Gramm (Al Pacino), der nicht nur Professor ist, sondern auch ehemaliger Gerichtsgutachter und weiterhin als psychiatrischer Gutachter und Berater für das FBI tätig ist. Dieser ist durch ein Trauma in seiner eigenen Jugend so davon besessen, “die Bösen” zu überführen, dass er trotz seines Status als Koryphäe auf seinem Gebiet auch Kritiker hat, die an der Integrität seiner Arbeit und Methoden zweifeln. Ein wegen seines Gutachtens zum Tode Verurteilter greift ihn sogar noch aus dem Gefängnis über Fernsehinterviews scharf an. Mit der Art Bedrohung, die nun aber auf ihn wartet, hätte er nie gerechnet: Er bekommt einen rätselhaften Anruf, der ihm ankündigt, dass er noch genau 88 Minuten zu Leben hätte. Im Verlauf des Films versucht er dann natürlich herauszufinden, wer hinter dem Anruf steckt.
Leider wirkt das Ganze nicht besonders glaubwürdig, auch (oder besonders?) nach dem Finale und der Auflösung aller Rätsel nicht. Die Motivation der Beteiligten kommt ist nie greifbar und die Emotionen wirken eher aufgesetzt wie in einem B-Movie, da sie nicht nachvollziehbar sind. Es werden zwar immer wieder mal Begründungen geliefert, die aber so ausgelutscht und kitschig sind, dass man sich fragt, ob Pacino das Skript vorher überhaupt durchgelesen hat. Ärgerlich auch für McKenzie: “Hey, ich hab in nem Film mit Al Pacino mitgespielt!” – “Echt? Cool, welcher?” – “Naja, du weißt schon.. dieser schlechte aus 2008..” – “Oh, der..”. *awkward silence*
Wenn man gerade überhaupt gar nichts anderes zum Anschauen hat und demonstriert haben will, dass auch ein Pacino noch keinen guten Film macht, kann man 88 Minuten damit rumbringen, aber im Grunde sollte man sich den Streifen sparen.
Footnotes:

