Stadtaffe

de.wikipediaen.wikipediaiTunesAmazon (CD)(MP3)

Über ein viertel Jahr ist dieses Album nun schon alt und ebenso lang ist es komplett an mir vorbeigegangen. Was für eine Verschwendung, wie ich in den letzten Tagen feststellen durfte. Es war auch erst irgendwann im Dezember als ich zufällig irgendwo gelesen habe, dass dieser ominöse “Peter Fox” eines der drei E aus Seeed ist. Da wuchs mein Interesse dann doch, immerhin bringt es das Live-Album von den Jungs im iTunes auf akkumulierte 214 Plays, das sind im Schnitt über 10 pro Titel. ;) Studio-Alben von Seeed habe ich zwar keine in der Mediathek, aber besagtes Live-Kunstwerk gehört zum Besten, das 2006 auf CD gepresst wurde. Aber in der Vorweihnachtszeit kam ich auch mit gesteigertem Interesse nicht dazu, endlich mal in die Scheibe reinzuhören, obwohl mich ein Freund auch regelmäßig dazu drängte.
Hier nochmals vielen Dank, denn besagter Freund machte dann zu Weihnachten Nägel mit Köpfen und kredenzte mir das gute Stück.

Nachdem dann die Feiertage endlich überstanden waren fand ich auch tatsächlich mal ein Stündchen Zeit zum Durchhören und war sehr angetan. Die erste Single “Alles Neu” wurde nicht ohne Grund gewählt, ein absoluter Knaller und für mein Empfinden auch ganz deutlich das beste Lied auf dem Album. Ohne Zweifel ist selbiges durchgehend stark und gehört zum Besten, was in den letzten Jahren an deutschsprachiger Musik erschienen ist, aber “Alles Neu” sticht hervor, ist es doch irgendwie auch eine Art Beipackzettel/Klappentext zum Gesamtwerk.
Der orchestrale Sound auf “Stadtaffe” ist großartig, insgesamt hätte es aber sogar ein wenig mehr Abwechslung vertragen, finde ich. Ich hoffe, dass ich mich nicht schnell daran satt höre.

Neben “Alles Neu” gefallen mir besonders “Das zweite Gesicht” und, vor allem wegen der Texte, “Ich Deine Steine, Du Steine” sowie das namengebende “Stadtaffe”. In “Der letzte Tag” wird viel aus “Shake, Baby, Shake” von Seeed zitiert, hier gefällt mir musikalisch aber eindeutig letzteres besser. Es ist sehr beachtlich, dass Peter Fox dieses Album komplett in Eigenregie finanziert und produziert hat. Zwar ändert sich dadurch natürlich der Sound nicht, aber Musik funktioniert immer auch über Emotionen. Peter Fox’ starke Emotionen ob dieser Aufopferung hört man in jedem Lied und mit der Gedanken daran im Hinterkopf lässt das Ganze dann eben doch irgendwie anders auf einen wirken. Das ist der große Unterschied zur siebenhundertdreiundzwanzigsten Popstars-CD. 1

So gut dieses Album ist, so sehr ärgert mich jetzt natürlich, dass ich das Konzert am 06.12.2008 verpasst habe. Zum Glück gibt sich der Herr schon am 10.03.2009 wieder die Ehre, dann aber leider im Zenith anstelle der Muffathalle. Konzert-Saison 2009, here I come!
Abgesehen davon glaube ich, dass ich mich nochmal eingehender mit den Studioalben von Seeed beschäftigen muss.. ;)


Footnotes:
  1. Machen die eigentlich mittlerweile gar keine Pause mehr zwischen den “Staffeln”? Und wer nimmt diesen Dreck denn nur immer noch ernst, wenn Pro7 selbst mittlerweile allen Ernstes von “Staffeln” bei einer Castingshow spricht..?!