We Started Nothing

de.wikipediaen.wikipediaiTunesAmazon (CD)(MP3)

Noch ein paar Monate länger als “Stadtaffe” ist dieses feine Stück bislang eher wirkungslos vorbeigezogen. Natürlich habe ich die iPod-Ad mit “Shut Up and Let Me Go” mitbekommen und sie hat mir wie die meisten Silhuette-Ads gut gefallen. Als ich dann aber die erste Single “That’s not my name” hörte, habe ich die “The Ting Tings” schnell wieder verworfen. Nicht so ganz mein Ding, dachte ich. Man könnte fast sagen, dass Apple diesmal mehr als einen Anlauf gebraucht hat, um mir eine Band schmackhaft zu machen. Denn was mit dem Werbespot noch nicht funktionierte, hat mit dem kostenlosen Musikvideo-Download zu “That’s not my name” geklappt. Zack, da war der Ohrwurm. Gnadenlos.
Und einen Tag später war klar: Ich brauche dieses Album. :D

Mit “nur” 10 Songs und etwas über 35 Minuten Laufzeit ist es verhältnismäßig kurz, aber in der Kürze liegt die Würze. Und das trifft hier wirklich zu 100% zu, jeder einzelne Song knallt, begeistert, lässt einen hüpfen und mitsingen. Trotz (oder gerade wegen) des minimalistischen Stils ist es fast das energiegeladenste Album, das ich mir letztens Jahr gegönnt habe. Faszinierend, was ein Schlagzeug und weiblicher Gesang zusammen für eine Wirkung entfalten können; gut elektronisch abgemischt natürlich, aber live (soweit ich das anhand stundenlangen YouTube-Schauens beurteilen kann) fällt dieser Faktor deutlich schwächer aus und es ist dennoch fast mitreißender als der Studio-Sound.
Die Stimme von Katie White, der Sängerin, macht natürlich viel aus. Beim Wikipedia-Stöbern für diesen Eintrag durfte ich erfahren, dass sie schon sehr früh (seit ~15 Jahren!) musikalisch tätig war, und zwar unter anderem als Teil der sogenannten “Riot Grrrl”-Bewegung – herrliche Bezeichnung, man lernt nie aus. Darum liebe ich das Internet. ;)

Neben meinem Immer-Noch-Ohrwurm “That’s not my name” haben es mir besonders “Fruit Machine”, “We Started Nothing”, “Shut Up and Let Me Go” und “We Walk” angetan. Aber im Grunde nehmen sich alle Stücke nicht viel, das ganze Album ist ein einziger Ohrenschmaus. Kaum hat man die CD eingeworfen ist sie in gefühlten fünf Minuten komplett durchgelaufen und man hätte gerne mehr.
Ansonsten fand ich noch interessant, dass mich die meisten Lieder auf dem Album während der ersten Sekunden an irgendwelche anderen, oft bekannten, Melodien/Songs erinnert haben. Bei “Great DJ” zum Beispiel das Bond-Theme, bei “We Started Nothing” hingegen “Smells Like Teen Spirit”. (Nicht unbedingt von der Melodie, eher vom Klang her.)

Großartiges Album, ich bin sehr gespannt, wie das Duo nachlegen wird. Das zweite Album sollte noch dieses Jahr erscheinen 1 und wenn man liest, wie die beiden das Projekt angehen, stimmt das trotz vermutlich viel zu hoher Erwartungen durchaus zuversichtlich: “I think we’ve got to reinvent that by bringing some new instruments again that we don’t play.” 2


Footnotes:
  1. http://www.nme.com/news/the-ting-tings/40364
  2. http://www.gigwise.com/news/48298/The-Ting-Tings-Refuse-To-Write-New-Album-On-Tour