15.01.2009
Tony Hawk’s Project 8
Neversoft über Activision, erschienen am 23.03.2007
de.wikipedia – en.wikipedia – Amazon (PS3) – (PS2)- (PSP) – (360) – (Xbox)
THP8 feiert zwar bald seinen zweiten Geburtstag, aber das Alter ist ja bei Spielen nicht unbedingt ausschlaggebend. Nicht was die Qualität angeht, jedenfalls. Und da ich in den vergangenen Wochen mit diesem Spiel deutlich mehr Vergnügen gehabt hab als ich beim Kauf gehofft hatte, verdient es ein paar Zeilen. Den ersten Kontakt mit der THPS-Reihe hatte ich schon vor etlichen Jahren, das war vermutlich noch in der Unterstufe. In bester Schulhof-Raubmordkopierer-Manier fand der zweite Teil seinen Weg auf meinen Rechner – damals noch eher spartanisch, was den Spielumfang angeht. Zwei Minuten Zeit, um möglichst viele Punkte zu landen und ein paar Gegenstände einzusammeln, und das in verschiedenen Arealen. Auch wenn das Spielprinzip und die Steuerung über die Jahre hinweg im Wesentlichen gleich geblieben sind, hat Neversoft mit Project 8 ein Spiel geschaffen, das mich beinahe so lang wie GTA IV unterhalten hat.
Was gibt es an Neuerungen? Die beiden wesentlichen Punkte sind:
1) Man kann absteigen und laufen/hüpfen/klettern.
2) Der “Nail the trick”-Modus.
Ersteres ist oft sehr praktisch, wenn man an eine bestimmte Stelle gelangen will, um von dort eine paar Tricks zu starten. Letzteres macht viel Spaß und bringt angeblich (ich bin selbst kein Skater, aber habe entsprechende Aussagen vernommen) mehr Realismus ins Spiel. Bevor ich genauer darauf eingehe, zunächst eine möglichst kurze Beschreibung des Gameplays für alle, die außer “Skateboardspiel” keine Vorstellung davon haben.
Zentrales Element ist der Karriere-Modus, in welchem man sich zunächst einen Skater erstellt. Beeinflussen kann man dabei aber nur Aussehen, die “Fahreigenschaften” sind immer gleich und werden nur im Lauf des Spiels durch Erreichen von Zielen verbessert. Dieser Skater nimmt dann, so will es die Story, an einem Wettbewerb namens “Project 8″ teil, der von Tony Hawk persönlich ins Leben gerufen wurde. Schafft man es, sich durch möglichst viele absolvierte Ziele in der Rangliste unter die ersten 8 zu platzieren, darf man an einem finalen Wettkampf teilnehmen, um das Spiel zu gewinnen.
Diese Ziele sind über ein gigantisches Stadtgebiet verteilt, welches man aber erst nach und nach erkunden kann, wenn man – wieder durch Erreichen bestimmter Ziele – das nächste Teilgebiet freigespielt hat. Man beginnt im Gebiet “Vorstadt”, kommt von dort zum “Skate-Park”, zur “Schule”, zur “Stadt”, in die “Fabrik”, in die “Slums”… es gibt jedenfalls einige Bereiche. In jedem Bereich gibt es gewisse Ziele, die überall gleich sind, etwa: Sammle xyz Punkte, mach eine Trick-Combo aus mindestens 10 verschiedenen Tricks am Stück, und ähnliche. Und dann gibt es natürlich an das jeweilige Gebiet angepasste Aufgaben. Jede der Aufgaben ist in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden verfügbar: “Amateur”, “Pro”, “Sick”.
Auch im Startgebiet, der Vorstadt, schafft man zu Beginn unmöglich alle Aufgaben in der “Sick”-Stufe. Wenn man aber dann schon ein paar Gebiete weiter ist und durch viele erreichte Ziele zum Beispiel bessere Balance- und Geschwindigkeitswerte erlangt hat, kann man wieder zurückfahren und die bereits versuchten Ziele nochmal in Angriff nehmen, um durch das Bezwingen der höheren Schwierigkeitsgrade noch weiter in der Rangliste aufzusteigen.
Ich habe über mehrere Wochen fast täglich ein paar Stunden gespielt und trotzdem noch nicht alle Ziele auf “Sick” geschafft – die Ziele sind zudem nicht das einzige, das es zu entdecken gilt. Obwohl ich das Spiel also Story-technisch beendet habe, stehen mir noch viele weitere Stunden bevor, in denen ich versteckte Sprünge und ähnliches Erkunden kann. Auf den ersten Blick erschlägt einen die Flut an Zielen regelrecht, da diese auf einer Art Radar zur Navigation eingeblendet werden.
Nun zum “Nail the trick”-Feature: Wann immer man während eines Sprungs in der Luft ist, kann man beide Analog-Sticks eindrücken, um den Modus zu aktivieren. Das hat zur Folge, dass die Kamera auf Board und Beine heranzoomt und das Spiel auf Zeitlupe umschaltet. Solang das aktiv ist, steuert man über die beiden Analogsticks jeweils das linke und rechte Bein. Auf diese Weise kann man quasi endlos variierbare eigene Tricks vollführen, die entsprechend viele Punkte einbringen. Und es sieht geil aus. ![]()
Zu Beginn durchaus ein wenig frustrierend, aber sobald man den Dreh raus hat, macht es großen Spaß – durch den Bruch mit der normalen Spielgeschwindigkeit und -perspektive wirkt das Ganze leider ein bisschen wie ein Fremdkörper, obwohl es eigentlich eine sehr gelungene Erweiterung des bewährten Spielprinzips ist.
Als ich kurz nach dem Kauf meiner PS3 auch diesen Titel erstanden habe, hätte ich nicht damit gerechnet, wie enorm lange ich damit beschäftigt sein würde. Wie eingangs schon erwähnt, kann in der Hinsicht bislang nur GTA IV mithalten. Ganz grandios ist wie bei bisher jedem mir bekannten THPS-Teil der Soundtrack, der mal wieder für einige Neuzugänge in meinem iTunes gesorgt hat. Wer die THPS-Reihe mag, sollte diesen Teil jedenfalls nicht verpassen – ich habe mich übrigens bewusst für diesen Titel entschieden, obwohl der Nachfolger “Tony Hawk’s Proving Ground” ebenfalls schon eine Weile auf dem Markt war. Nachdem ich mir beide Video-Reviews von GameTrailers.com angesehen habe, gefiel mir der Look von THP8 besser, denn “Proving Ground” sah arg düster und schmuddelig aus. Das Video-Review zu THP8 ist auch sehr zu empfehlen, wenn man den “Nail the trick”-Modus mal in Aktion sehen möchte – aber eigentlich rate ich sowieso zum Selbst-Ausprobieren.


Hm.. so richtig hast du mich leider noch nicht von Tony Hawk Games überzeugt.. dieses virtuelle Skaten stelle ich mir einfach zu langweilig vor. *grübel*
Ich weiß nicht, ob ich heutzutage einfach mal zu einem Skateboard-Spiel greifen würde, wenn ich nicht damals schon durch THPS2 mehr oder weniger zufällig angefixt worden wäre. Und wenn man das Frustrationsniveau nicht gewohnt ist, dürfte der Einstieg für Casual Gamer durchaus schwer fallen. Zielgruppe ist da schon wirklich die Hardcore-Fan-Gemeinde, die der Reihe von Beginn an verfallen ist. Leih’s dir mal in der Videothek aus, wenn du es drauf ankommen lassen willst. Oder greif am Grabbeltisch für geschätzte 1,99€ zu einem alten Teil für PC und find dich dort rein, die sind auch noch ein wenig leichter.
Aber: Es muss ja nicht jedes Spiel für jeden Geschmack sein.
Letzteres stimmt. Wenn ich mal in der Videothek vorbeischaue, werde ich mir da mal was anschauen.
Ja das mit dem Frustrationsniveau ist bei Hobby-Gamern wie z.B mir immer so eine Sache..
Kleine Ergänzung: Vielleiht werde ich mir mal dieses Spiel hier für den Mac kaufen, wenn ich rein zufällig mal 10 Euro übrig habe. Im Moment ist aber CoD 4 eher im Blick.. dann aber für die PS3
Ich habe übrigens tief verborgen im PS-Store gerade die Demo von Proving Ground gefunden. Jetzt wird mal ausprobiert.
Hehe, sehr gut. Auf die naheliegendsten Lösungen kommt man immer zuletzt. Es gibt auch eine Demo zu “Skate”, dem Konkurrenzprodukt von EA, probier das ruhig auch mal, vielleicht liegt dir ja dieses – ich bin mit dem allerdings gar nicht klargekommen.
Ja, das habe ich auch gefunden – werde ich mir auch runterladen, wenn die restlichen 4 Demos runtergeladen und installiert sind. Aber von EA sollte man nicht zu viel erwarten, die Spiele sind entweder sehr gut oder schlecht. (Need For Speed..) Danke für den Tip.