21.02.2009
WordPress for iPhone 1.2beta
So begeistert ich von der ursprünglichen Idee einer Blogging-Applikation fürs iPhone war, so ernüchternd fiel die erste Version von “WordPress for iPhone” aus. Ein theoretischer Test war zwar erfolgreich, aber wegen zu vieler kleinerer Problemchen und Macken war der praktische Nutzwert nahe Null. Ich verwende in beinahe allen meinen Einträgen den sogenannten “more-Tag”, der den bekannten “Weiterlesen..”-Link in der Übersicht erzeugt. In der bisherigen Version wurden Einträge stets nur bis zum Auftreten dieses Tags auf das iPhone übertragen – Tippfehler korrigieren oder einen längeren Artikel, der zuvor am Rechner begonnen wurde, weiterzuschrieben, war damit nicht möglich. Außerdem musste man das komplette Blog aus der Anwendung entfernen und wieder neu hinzufügen, um die Kategorieliste zu aktualisieren. Während Kommentar-Funktionen zwar fein gewesen, aber aufgrund technischer Einschränkungen zum ersten Release schwer bis gar nicht realisierbar 1 waren, hatte ich auch nicht sehr viel Verständnis dafür, dass man nicht wenigstens für das Schreiben den Landscape-Modus bekam.
Die Monate vergingen, und Ende November kündigte sich endlich Besserung an: Viele Bugfixes, Kommentarmoderation und globale Nutzung des Landscape-Modus. Leider vergingen nach der spannenden Ankündigung gleich wieder die Monate und erst diese Woche war es endlich soweit: die Version 1.2 steht in den Startlöchern, gestern hat mich die Beta-Version erreicht. Im Anschluss (nach dem more-Tag
) nun also haufenweise Bilder von den neuen Funktionen und Landscape-Ansichten, abschließend dann noch ein kurzes Fazit. 2
Immerhin, in der Zwischenzeit hat mir die App beim Bericht von der “Apple Store”-Eröffnung gute Dienste geleistet, angenehmer als es mit dem normalen Webinterface über Mobile Safari je gewesen wäre.
Begrüßt wird man vom unveränderten Übersichts-Schirm, in dem die eigenen Blogs aufgelistet werden und man neue Blogs hinzufügen kann.
Statt wie bisher folgt der Wahl eines Blogs nicht mehr die Liste aller Beiträge, sondern eine weitere Unterteilung: Beiträge, Seiten, Kommentare.
Die Liste der Beiträge hat sich nicht verändert, wie bisher sind alle Einträge, unabhängig vom Status (Entwurf, Vorbereitet, Veröffentlicht, Privat, Zukünftig..) in einer Ansicht versammelt, nur die lokal auf dem iPhone Gespeicherten sind davon abgetrennt. Immerhin, man findet seine Entwürfe immer dadurch sehr schnell, dass sie gesammelt am Ende der Liste stehen, weil ihre fehlende Datumsangabe als 30.11.1999 interpretiert wird.
Auch das Bearbeiten/Erstellen eines Eintrags läuft genau wie zuvor ab, Fotos können gesammelt hinzugefügt und dann in einem Schwung hochgeladen werden. Möglichkeiten zu beeinflussen, wie (Ausrichtung, Größe, Verlinkung) die Bilder im Beitrag landen, gibt es leider nach wie vor nicht. Auch Links, Zitate, kursiv- und fettgeschriebene Sätze muss man komplett von Hand über den entsprechenden HTML-Code einbauen.
Das Problem des Aktualisierens der Blog-Kategorien wurde endlich behoben, überdies kann man jetzt beim Verfassen eines Eintrags sogar direkt vom iPhone aus neue Kategorien hinzufügen.
Die Funktionalität bei den Seiten bietet nicht mehr oder weniger als erwartet; dasselbe wie für die Beiträge, seltsamerweise ohne Vorschau.
Die neue Funktion “Kommentarmoderation” darf man auch nur wörtlich verstehen, mehr ist nicht geboten – Kommentare können weder (textlich) bearbeitet noch, und das ist besonders schade, beantwortet werden.
Auch wenn am unteren Bildrand darauf hingewiesen wird, wäre eine etwas deutlichere Markierung als der graue Username und das “(Awaiting moderation)” in der Liste selbst nicht verkehrt.
Immerhin, in der Übersicht kann man den Handlungsbedarf nicht übersehen.
Die Moderation lässt dafür kaum Wünsche offen, mehrere Kommentare zugleich können komfortabel freigeschalten/als Spam markiert werden.
Und nun um interessanten Teil: Alles, wirklich alles, lässt sich in der künftigen Version auch im Landscape-Modus nutzen.
Die neuen “Anzeige dreht sich mit”-Eigenschaften der App gehen so weit, dass man den Portrait-Modus auch kopfüber benutzen kann.
Mit der Version 1.2 wird die WordPress-Applikation für mich im Grunde erst wirklich benutzbar, zu störend war vorher das Problem mit dem more-Tag. Die Kommentar-Moderation ist eine hervorragende Neuerung, welche das Programm vermutlich zu einem meiner meistgenutzten Tools überhaupt werden lässt. Ich würde mir persönlich noch wünschen, dass die Beiträge nach Status aufgeteilt betrachtet werden könnten, also zusätzlich zum “Local drafts”-Ordner noch einen für die Beiträge mit Status “Published”, “Draft”, und “Pending”. Da ich intensiven Gebrauch davon mache, würde es mir das Auffinden bestimmter Einträge sehr erleichtern.
Abgesehen davon sollte für die Zukunft das Einfügen der Bilder individueller beeinflussbar sein, und wenigstens für das Hinzufügen von Links wäre ein Zwei-Schritt-Abfrage-Assistent nett. (Für Verweise innerhalb des eigenen Blogs könnte man die Links außerdem automatisch generieren lassen – der Nutzer bekommt eine Liste der Einträge, wählt einen aus und anhand der Permalink-Einstellungen wird der korrekte Link eingefügt.)
Wenn man dann noch auf Kommentare antworten kann wie im Dashboard seit der 2.7, hätte ich kaum noch offene Wünsche.
Leider geht die Entwicklung unfassbar schleppend voran, obwohl viel Aktivität und Beteiligung vorhanden ist. Der Grund ist ein viel zu extremer Perfektionsanspruch der Verantwortlichen – einen Fehler wie den des more-Tags nur deshalb über ein halbes Jahr lang ungefixt zu lassen, nur weil man in einem entsprechenden Bugfix-Release andere Bugs noch nicht behoben hätte, finde ich den komplett falschen Ansatz. Lieber drei Versionen am Tag als drei pro Jahr. Sobald ich endlich wieder komplett unter OS X unterwegs bin, werde ich mir ohnehin die 99$-Lizenz holen und kann mir die App dann selbst kompilieren, da juckt mich das zum Glück auch nicht mehr. Wer weiß, vielleicht beteilige ich mich dann auch an der Entwicklung, es ist ja ein “Open Source”-Projekt und durch die Arbeit an meinen beiden WP-Plugins bin ich mit der internen Funktionsweise von WP bereits vertrauter als ich es jemals sein wollte.
Footnotes:




















Perfektionismus hin oder her – auf jeden Fall macht das schon einen netten Eindruck, danke für den Bericht.
Das macht echt Sinn. Sollte ich auch machen.
So eine Zusammenfassung kommt genau richtig