14.02.2009
Zack and Miri Make a Porno
Kevin Smith – USA, 2008
IMDB – de.wikipedia – en.wikipedia – Amazon
Bitte das Cover ganz genau studieren. Schlimm? Anstößig? Pervers? Jugendgefährdend? Gegen Anstand und Sitten? Wer weiß, was genau die MPAA zu ihrer Entscheidung bewogen hat, das Plakat aus amerikanischen Kinos zu verbannen, aber das oben abgebildete Poster gab es nur in Kanada zu sehen. Für die USA haben die Macher sich zunächst diese Alternative ausgedacht, aber auch jenes Poster weigerten sich viele Kinos noch aufzuhängen, weshalb sogar ein dritter Entwurf existiert. Ziemlich viel Tamtam um ziemlich wenig Skandal, typisch USA eben. Während für den Film bislang weder ein deutscher Titel, noch Starttermin oder gar Verleih feststeht, machte die Geschichte mit dem “banned poster” schon letzten September die Runde. Dass ich den Film sehen wollte als ich davon hörte, Es versteht sich von selbst, trägt er doch ein Signalwort im Titel. ![]()
Außerdem ist mir Regisseur Kevin Smith durch seine Paraderolle als Silent Bob schon lange sympathisch und hat auch bereits den einen oder anderen ordentlichen Film (mit-)verantwortet.
Neben der “Freigabe” für das Poster blieb natürlich auch die Altersbeschränkung für den Streifen selbst nicht ohne Kontroverse. Nachdem er zunächst mit “NC-17″ (ausnahmslos niemand unter 18 darf den Film ansehen) abgestempelt wurde, hat Kevin Smith um eine erneute Prüfung gebeten, woraufhin (ohne Änderungen/Entschärfung am Film!) ein “R”-Rating zugestanden wurde. Das bedeutet, dass auch jüngere Kinogänger ihn ansehen dürfen, wenn sie in Begleitung ihrer Eltern sind – für viele Filme bedeutet der Unterschied zwischen NC-17 und R vor allem auch den Unterschied zwischen einem finanziellen Desaster oder Erfolg, da ersteres natürlich zu massiv weniger Kinobesuchen führt.
Zugegeben, der Film ist sehr freizügig. Sehr. Ich würde ihm auch keine Freigabe unter 16 verpassen, aber bin damit wohl eher ins konservative Lager zu stecken, wo sich doch in der heutigen Zeit 12-Jährige schon mehr Pornos runterladen als manch 21-Jähriger aus ein paar Generationen zuvor überhaupt Sex gehabt hat. In einem Punkt jedoch bin ich mir sicher, auch Zustimmung aus dieser Generation zu bekommen: Das ist kein Film, den man mit seinen Eltern sehen will.
Ob die Änderung von NC-17 auf R in diesem Fall soviel gebracht hat, darf auch angesichts der bislang eher enttäuschenden Einspielergebnisse 1 bezweifelt werden.
Kurz zur Story: Zack und Miri sind schon seit ewigen Zeiten die besten Freunde. Leider haben sie ziemliche Geldsorgen und kommen über einige Umwege auf die Schnapsidee, einen Porno zu machen. Selbstverständlich geht dabei alles schief, was nur schiefgehen kann und so gibt es für den geneigten Zuschauer genügend Grund zum Lachen.
Wie ich oben schon andeutete, hat selbst mich die Freizügigkeit des Films überrascht. An manchen Stellen hätte ein bisschen weniger Fäkalhumor auch gereicht, aber tendenziell finde ich gut, dass in einem Film, dessen Thema nunmal eindeutig Sex ist, endlich mal nicht so verkrampft um den Sex herumgedreht wird.
Seth Rogen (Zacks Darsteller) hat völlig Recht mit seiner Aussage im Bezug auf die Freigabedebatte: “[...] Isn’t that weird? It’s really crazy to me that ‘Hostel’ is fine, with people gouging their eyes out and shit like that, but you can’t show two people having sex – that’s too much.” 2
Natürlich sind solche expliziten Filme dann, wenn auch in einer lustigen Hülle verpackt, nichts mehr für zu junge Zuschauer, aber das sollte Gemetzel wie “Hostel” ja schließlich auch nicht sein.
Letztendlich hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet, der Streifen hätte sich auch als Komödie ein klein wenig ernster nehmen und an manchen Stellen den Klamauk-Faktor niedriger halten dürfen. Für einen unterhaltsamen DVD-Abend ohne viel Anspruch und mit einem leichten Kitsch-Faktor taugt er aber allemal.
Ursprünglich war übrigens Rosario Dawson als weibliche Hauptdarstellerin vorgesehen. Zum Glück hat das nicht geklappt und Elizabeth Banks bekam die Rolle. Dawson mag ja als beschützenswertes Opfer in “Seven Pounds” gut gepasst haben (und hat davor auch schon andere Rollen souverän gespielt), aber als sexy Miri wäre sie komplett fehlbesetzt gewesen.
Footnotes:
- Bislang etwa 32 Mio. $, denen 24 Mio. $ Produktionskosten gegenüberstehen. Allerdings ist Deutschland nicht das einzige Land, in dem der Film noch überhaupt nicht läuft, so dass international bisher kaum Geld eingespielt werden konnte. ↩
- http://www.mtv.com/movies/news/articles/1589686/story.jhtml ↩


Kann dir nur zustimmen, sowohl wegen Kevin Smith und dem Film als auch weil ich das mit dem Poster genauso dämlich fand.
Schade dass Zack und Miri hinter den Erwartungen zurück blieb.
Ich fand ihn auch nicht so gut wie erhofft, aber Kevin Smith’ Handschrift ist unverkennbar. Die Freizügigkeit und der Verzicht auf ein “um den Sex herumdrehen” ist positiv anzumerken. Hatte ich von einem US Film nicht erwartet.
Als Medium werde ich den Film aber wohl nicht brauchen.
Die Posteraktion ist halt typisch USA…lächerlich.