You Don't Mess with the Zohan

Dennis Dugan – USA/Israel, 2008

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Ich sollte eventuell vorab erwähnen, dass ich den Film nach einer sehr langen und schlaflosen Nacht irgendwann um halb sechs in der Früh geschaut habe – unter anderen Umständen hätte ich ihn vielleicht gar nicht zu Ende geschaut, aber in dem Zustand kam er mir gerade recht. Flacher und anspruchsloser geht’s gar nicht, also ideal zum Runterkommen und um sich aufs Schlafen einzustimmen. ;)
Über meine grundsätzlichen Bedenken zu Adam Sandler habe ich ja zufällig letztens erst geschrieben, und “Zohan” ist ein Film der weit jenseits meiner gewöhnlichen “Schwachsinnsgrenze” liegt.

Allerdings gibt es alle zehn Minuten einige richtig gute Gags, über die man wunderbar lachen kann, auch unabhängig von der eigentlichen Dämlichkeit des restlichen Films. Also bin ich mit meiner übernächtigten Matschbirne hängengeblieben, obwohl ich eigentlich nur kurz mal in den Film reinschauen wollte. Sandler spielt Zohan, einen israelischen Top-Anti-Terror-Kämpfer, der aber insgeheim von einem Job als Hair-Stylist träumt. Nach einer Einleitung in “seine Person” in Israel zeigt der Film seine Versuche, auf amerikanischem Boden seinen Traum wahr werden zu lassen.

Ursprünglich war der Film schon 2000 in der Planungsphase, aber selbstverständlich konnte man derart brisanten Stoff (Isreal! :eek: ) nach 9/11 nicht mehr umsetzen, also kam das Skript in die Schublade. Trotzdem hat der Film natürlich bei seiner Erscheinung für Empörung gesorgt. So hirnlos der Film ist, wenigstens kann man sich zu 100% sicher sein, dass Sandler den Film nichtmal einen tausendstel Millimeter ernst nimmt. Das beginnt schon damit, dass auch in der Darstellung des israelischen Alltags nahezu keinerlei Realitätsbezug zu finden ist. Das Spiel “Hacky Sack”, das gleich in den ersten Minuten des Films prominent platziert wurde, hat in Israel beispielsweise nahezu überhaupt keine Verbreitung. Auch ist der Name “Zohan” weder ein israelischer, noch klingt er so.
Die gesamte Story und die Charaktere sind so lachhaft, dass es wirklich kaum zu glauben ist, wenn selbst derartige Banalitäten noch von irgendwem zu ernst genommen werden. 1 Hauptsache Aufregung..

Die Lächerlichkeit ist allerdings auch die große Schwäche des “Zohan” – leider. Filme, die so absurd sind, dass man vermutlich mit gesteigertem Alkoholpegel eher darüber lachen könnte als im nüchternen Zustand, sind einfach nicht mein Ding. Es gibt durchaus anspruchslosen Humor, der dennoch herausragend amüsiert, doch hier wird einfach zu oft der Bogen überspannt. Ohne zu viel zu spoilern: Nach dem dritten Mal, dass Zohan eine der Friseur-Kundinnen im Oma-Alter besteigt, ist einfach die Luft raus, denn schon beim ersten Mal war das nicht lustig, sondern einfach nur dämlich, komplett surreal und auch ein wenig abstoßend. :P
Roger Ebert hat sehr treffend geschrieben: “[The] plot is simply the skeleton for sight gags.” 2

Wie schon gesagt, ich habe auch oft und gut gelacht, zwischendurch waren immer einige Perlen eingestreut – aber den Rest vom Skript haben offenbar Säue geschrieben. Schade drum, ich hoffe auf bessere Resultate bei Sandlers nächsten Projekten. Er hat schließlich auch schon bewiesen, dass er es drauf hat, ordentliche Filme zu machen.


Footnotes:
  1. Der Film wurde in Ägypten, im Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten verboten!
  2. http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20080605/REVIEWS/806050306