11.04.2009
24, Season 1
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24 ist ja eine der erfolgreichsten Serien die aktuell noch “on air” sind. Ich als Serienjunkie, LOST-Hohepriester und Alias-”Naja, ok, ich wollte dann schon wissen wie es ausgeht, also hab ich es auch weiter geschaut, als es total absurd wurde”-Mensch, sah mich daher bislang häufig der Frage ausgesetzt, warum ich denn die Abenteuer von Jack Bauer nicht auch verfolgen würde. Das hatte bislang einen ebenso simplen wie einfältigen Grund: Ich finde/fand Kiefer Sutherland unerträglich unsympathisch. Ich kann das jetzt nicht einmal mehr an konkreten Rollen festmachen, da ich nur wenige Filme mit ihm gesehen habe, etwa Flatliners, A Time To Kill und The Three Musketeers. Gerade die letzten beiden Streifen sind gute Filme – dennoch, meine Abneigung, als 24 damals anlief, war vorhanden. Allerdings hatte ich ja zuletzt mit Californication sehr gute Erfahrungen gemacht, was es angeht, einem mir unsympathischen Darsteller eine Chance zu geben. ![]()
Also hab ich mir, jetzt wo auch Eli Stone zu einem Ende gekommen ist, in den letzten Tagen endlich mal die erste Staffel zu Gemüte geführt.
Nun, für mich nicht besonders überraschend, weil ich mit nichts anderem mehr gerechnet hatte: Kiefer Sutherland ist hier eindeutig in der Rolle seines Lebens. Der große Erfolg der Serie hat mich schon damals bald zu diesem Schluß kommen lassen und auch einige Bekannte hatten mir bestätigt, dass sie ihn bislang ebenfalls nicht unbedingt angehimmelt haben, er aber bei 24 derart in seinem Element sei, dass er auf keinen Fall stört, eher im Gegenteil. Das stimmt, schon im Lauf der ersten Folge hatte ich keinerlei Probleme damit, meine vorgefertigte Meinung zu korrigieren.
Die Idee der Echtzeiterzählung fand ich schon spannend, als ich das erste Mal davon gehört hatte, hier wurde ich allerdings dann doch etwas überrascht: Ich finde den Unterschied nicht besonders intensiv. Gut, ich kann immer sicher sein, dass die nächste Folge nicht mit “3 Wochen zuvor” beginnt, aber es ist ja nicht so, dass mich das bisher bei anderen Serien gestört hätte. Ich will das Konzept nicht schlechtreden, mich hat nur erstaunt, dass dieses Element einen so geringen Einfluss hat, und das obwohl ich natürlich in gewohnter Intensität geguckt habe: viel mehr als 24 Stunden habe ich sicher nicht für die erste Staffel gebraucht. ![]()
Womit ich beim ersten Kritikpunkt wäre: Wenn man schon so eine revolutionäre Idee umsetzt, wieso um Himmels Willen macht man die Folgen dann trotzdem im klassischen “42 Minuten + Werbung = 60 Minuten”-Format? Hätte man doch einfach saubere, 60 Minuten lange Folgen gedreht und dann auf 80 bis 90 Minuten mit Werbung für die Ausstrahlung aufgepumpt – mehr Werbeeinnahmen und man hätte sich die Peinlichkeit erspart, dieses durchaus grandiose Konzept durch die Barrikaden klassischer Marketing-Denkweisen zu verhunzen.
Abgesehen von dieser (nicht wirklich schlimmen) Absurdität hat mich eigentlich nur eines gestört: (Achtung, Spoiler!) Natürlich ist die Handlung teilweise nicht gerade realistisch und überzogen, aber für Realismus sind die Tagesthemen da. Am Schluß dieser Staffel ist es mir dann aber doch einen Schritt zu weit gegangen: Tina ist auch noch eine Doppelagentin? Come on, seriously? Graaah. Meeh. Es riecht schon enorm danach, als hätte man da zum Ende hin relativ überrascht noch einen Cliffhanger gebraucht, weil man ursprünglich nur für eine Staffel geplant hatte. (Abgesehen davon, dass ja bereits die Befreiung in Episode 13 als Finale angelegt war, da zunächst nicht mehr Episoden geordert wurden.) (Spoiler vorbei.)
Dennoch, insgesamt kann ich den Erfolg der Serie nun durchaus nachvollziehen. Sehr spannend, packend inszeniert, gute Darsteller. Gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Richard Burgi, Susan Mayers Ex-Mann – wenn auch in einer deutlich unsympathischeren Rolle.
Ich bin noch nicht ganz sicher, ob und wie bald ich weitergucken werde. Ich habe mir zwar, da ich meine übliche Art, Serien zu verkosten, selbst gut genug kenne, nicht nur die erste, sondern gleich einmal die ersten fünf Staffeln geliehen, aber im Netz vielerorts gelesen, dass die Qualität drastisch nachlassen soll. Naja, vermutlich werd ich noch vor Mai zum US-Stand aufgeschlossen haben, machen wir uns nichts vor.. ![]()
Immerhin, die ersten Wochen nach dem Umzug 1 vorgestern werde ich in der neuen Wohnung noch ohne Internet sein, da kommt mir sowas eigentlich gerade recht. Darum also nicht wundern, wenn es die nächsten Tage hier und da ein wenig ruhiger wird. Ich hoffe aber, nichtsdestotrotz den gewohnten 2-Tages-Rhythmus einhalten zu können.
Footnotes:
- Eintrag dazu folgt im Lauf der nächsten Woche. ↩

