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Weiter im Text, die nächsten 24 ca. 17 Stunden sind geschafft. Auch diesmal gilt natürlich: Spoilerwarnung bis zum letzten Absatz!

Kim arbeitet nun also im CTU-Büro – die Idee hat mir spontan ganz gut gefallen. Gar nicht anfreunden konnte ich mich hingegen am Anfang mit Chase. Der passte irgendwie nicht dahin/-rein – allerdings hat er sich über die Staffel hinweg sehr stark zu einem der sympathischsten Kollegen von Jack überhaupt entwickelt, darf von mir aus weiter mitmachen. Aber ich habe so das Gefühl, dass das nicht passieren wird, bestimmt schreiben die Autoren ihm “the right choice” in seine Geschichte und er wird mit Kim zusammen den Job an den Nagel hängen.

Ich bin gespannt, wie CTU in S04 dann überhaupt aufgestellt ist – Michelle wird sicher abhauen, wenn Tony tatsächlich verknackt wird. Chase hört auf, Chappelle spielt nun mit Mason zusammen Poker auf Wolke 7. Wer bleibt da noch? Chloe?
Die hat mich ohnehin eher genervt – nicht, weil sie als Charakter wirklich so nervig wäre, sondern weil sie so krampfhaft als “nerviger Charakter” angelegt wurde, was aber nicht ganz geklappt hat. Denn im Grunde war sie zwar nicht unbedingt sehr sozialfähig, aber die meiste Zeit haben ihre Kollegen sie einfach nur deshalb so behandelt, als wäre sie ein nerviger “pain in the ass”, weil die Charakterbeschreibung das so vorgesehen hat. Und dann noch die reingewurstete Baby-Story. Naja, Schwamm drüber.

Richtig heftig fand ich – vom “abgehackten” Schluss 1 abgesehen – das Ende von Ryan Chappelle. Es ist ja eines der vielen archetypischen Motive von 24, dass Charaktere erst unpopulär sind und dann immer menschlicher, netter und nachvollziehbarer werden. Das Ende von Ryan, ursprünglich als machtgeiles Büroarschloch konzipiert gewesen, war derart sinnlos und ungerecht, dass ich wirklich gehofft hatte, hier würde nur irgendein CTU-/Jack-Trick dahinterstecken. Egal wie absurd die Rechtfertigung dafür gewesen wäre, sein Überleben hätte mich so glücklich gemacht, dass ich darüber hinweggesehen hätte. Sogar Michelles Infektion hat mich nicht derart tangiert, die war erstens selbst schuld und zweitens war ihre Immunität sowas von vorhersehbar, dass man sich das ganze Drama um sie vor der Entführung komplett sparen hätte können. Womit man auch Tonys totale Demontage als netten Kerl, der immer das Richtige tut, vermeiden hätte können. Wirklich schade drum, aber irgendwo musste man wohl die Sympathie entziehen, die man Chappelle zukommen hat lassen.

Aber mir fällt auf: Ich spreche fast nur vom zweiten Teil der Staffel. Was war da nochmal im Vorfeld? Achja, Drogenbosse. Ausbruch aus dem Gefängnis, Jack ist ein Junkie.
War schon ein derber Plot-Twist, und ich will gar nicht anfangen, besonders in die Tiefe zu gehen, was die Plot-Holes angeht. Alleine, bei so einer Operation mal eben “Russisch Roulette” mit irgendwelchen x-beliebigen Knackis in Kauf zu nehmen – lachhaft. Oder sollen das auch alles Eingeweihte gewesen sein? Noch lachhafter. ;)
Stört aber wie schon so oft auch nicht wirklich, solang Jack weiterhin regelmäßig dramatisch schaut, markige Funksprüche abgibt und mit gezogener Waffe schnell herumrennt. :D

Allerdings finde ich schon etwas extrem, wie die Handlung immer in zwei verschiedene, große Handlungsstränge aufgeteilt wird. Es dürfte auch gerne einmal eine über die kompletten 24 Folgen einheitliche Bedrohung geben. Das würde meiner Meinung nach auch dem Echtzeitprinzip etwas mehr Glaubwürdigkeit schenken. Die Autoren vergessen nämlich gerne mal Details, die selbigem dazwischenfunken. Diesmal hat Jack beispielsweise nach der Story mit dem Drogenkartell keinerlei Entzugserscheinungen mehr gezeigt. Ich bin ja kein Experte, aber ich glaube irgendwie nicht, dass reiner Schlafmangel und extremer Streß schon ausreichen, um jegliche Symptone eines Heroin-Entzugs temporär verschwinden zu lassen.

Regelmäßig zum Schmunzeln bringen mich ja auch die ganzen ultrakitschigen Sprüche, die dauernd wiederholt werden. Wenn ich jedes Mal nen Euro für “You’re gonna have to trust me on this one!” bekommen würde, wäre nach S07 vermutlich mein Studium finanziert. :D Gibt es eigentlich eine Bullshit-Bingo-Karte für 24? Das stell ich mir sehr amüsant vor, wenn man die aktuellen Folgen in der Gruppe schaut. Ich nominiere jedenfalls mal “We need to do this, and we need to do it now!”, “We don’t have time for this.” und “Trust me, xyz, it’s the only way!” als heiße Kandidaten für die Karte. ;)

Was ich auch erstaunlich finde: Was zum Henker haben die Autoren der Serie für ein Problem mit Frauen? Bisheriger Höhepunkt: die vollkommen verblödete “Freundin” von Kyle Singer, die tatsächlich verhindert, dass er sich umbringt, statt selbst auf die Idee zu kommen, dass das alle Probleme löst. Von der Perspektive des dortigen Zeitpunkts natürlich nur, aber egal. Schon bevor Kyle sich aufgehängt hat, habe ich mir gedacht, dass es wirklich lächerlich wäre, wenn die beiden nicht auf diese Idee kämen. Aber auch vor dieser blonden Dummheit kamen Frauen nicht besonders gut weg.
Staffel 1: Nina Meyers, Urbösewicht. Staffel 2: Nina Meyers reloaded, Sherry Palmer zutiefst mitschuldig, Marie Warner die Urböse. Staffel 3: Nina Meyers once again, Sherry Palmer versauts nochmal. Immerhin, dass Sherry endlich Geschichte ist, fand ich gut. Die hat schon in S02 nur genervt mit ihrer lächerlichen Vendetta.
Allerdings fürchte ich, dass David Palmer mit seinem Rücktritt auch nicht mehr besonders viel vorkommen wird, was äußerst schade ist. CTU zerfällt, Palmer weg. Da bleibt nicht mehr viel. :(

Schön war natürlich, dass Daniel Dae Kims Nebenrolle nochmal vorkam, außerdem ist mir erst in dieser Staffel aufgefallen, dass ich die Darstellerin von Michelle, Reiko Aylesworth, ja auch schon aus der fünften Staffel (von LOST, was sonst) kenne.

Vor über fünf Jahren lief die dritte Staffel nun im TV, ist es schon so lange her, dass Amerika-Hass “chic” war? Immerhin, der böse Drahtzieher hinter den Virusattacken ist ein komplett durchgedrehter Brite, der wohl diesen Trend aufgreifen soll. Auch allgemein wird die Thematik einige Male in der Staffel angesprochen. Wie ist das eigentlich mittlerweile, alles Obamania? Eine Zeit lang wurde es ja dann “très chic”, die Amerika-Hasser als dumme Proleten abzustempeln und sich damit automatisch ein hübsches “Intellektueller Gutmensch”-Hütchen aufsetzen zu dürfen. Zum Kotzen, diese Schwarz-/Weiß-Denkerei.. :gaga:

Auch in der dritten Staffel bleibt mein bisheriges Fazit also bestehen. Im konkreten Fall fand ich, dass der Start eher schwach war, aber man sich im Laufe der Season deutlich gesteigert hat. Auch der Cliffhanger war wieder sehr “angenehm” und harmlos – im Grunde ja nur die Fragen, wie es also weitergehen wird mit der CTU, mit Palmer und mit Jack.

(Spoiler vorbei) Nur eines wundert mich gerade doch: laut Wikipedia wurde die erste Episode mit insgesamt einer Stunde Laufzeit und komplett werbefrei ausgestrahlt, S02E01 angeblich ebenfalls. Bei mir haben die Folgen aber beide nur die übliche Länge gehabt und auch an den passenden Stellen die Werbeeinblendungen. Hö? Hat man da auf die DVDs etwa weniger gepackt, als im Fernsehen gezeigt wurde?

Wie dem auch sei: es bleibt spannend! :P
Da schon ein paar Mails eingetrudelt sind: Sorry an alle, die sich für 24 nicht interessieren, natürlich guck ich mir in absehbarer Zeit auch wieder aktuelle und alte Filme an und probiere die eine oder andere iPhone-App aus. Zur Zeit komme ich aber bekanntlich zu Hause nur übers iPhone ins Netz und gucke darum zum Einen soviel 24, tue mich zum Anderen aber auch nicht ganz so leicht, das Blog wie gewohnt zu betreiben. Es freut mich sehr, dass es Leute gibt, die regelmäßig meine Meinung zu Filmen oder iPhone-Tipps lesen wollen und ich versuche, bald wieder mehr Vielfalt zu präsentieren. Gibt ja eh nur noch drei weitere abgeschlossene Staffeln.. ;)


Footnotes:
  1. Ja, ich verziehe selbst eine schmerz-imitierende Miene, wenn ich auf solch grauenhaft schlechte Anspielungen komme.