Nein, der Titel hat nichts mit dem angekündigten “Madagascar-Re-Review” zu tun, aber wer mich und meine Vorliebe für schlechte Witze/Wortspiele kennt, wird schnell einsehen, dass ich den Eintrag zum Umzug einfach so nennen musste. ;)

Dritter Tag in der neuen Stadt, zweiter an der neuen Uni – endlich mit eigener Kennung für die Rechner im CIP-Pool. iPhone schön und gut, aber Internet ohne normalen Rechner hat doch seine Grenzen. Meine Fähigkeit zum Entzug auch. 1

Nachdem letzten Donnerstag der Umzug insgesamt erfolgreich über die Bühne gegangen ist, bin ich jetzt seit Sonntag hier in der Drei-Flüsse-Stadt angekommen, wenn auch leider mehr schlecht als recht.

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Das Batmobil Der äußerst leere (‘Isch ‘abe nischt’!) Umzugsbrummi, mit von mir per GIMP zensierter Notfall-Handynummer am Umzugsschild.

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Gut, ein paar Kisten mehr sind rechts vom Bild dann doch noch.

Im Wesentlichen ist alles in Ordnung, aber leider hat mein Immunsystem sich ausgerechnet an besagtem Sonntag dazu entschieden, einen Kurzurlaub zu nehmen. Ich dachte fast, nicht einmal die Fahrt nach Passau am frühen Abend zu überstehen. Das hat zum Glück zwar noch geklappt, aber danach habe ich wirklich keine Kraft mehr für irgendetwas gehabt, außer – gegen 19:00 Uhr, quasi noch nachmittags für mich – Bezüge und Laken aus den Umzugskartons zu kramen und halbtot in mein neues Bett zu fallen.

Eine katastrophale Nacht später, so dreckig ging es mir ohne Übertreibung schon seit Monaten nicht mehr, hatten Fieber und Grippe sowie Magen und Darm wohl auch eine kleine Pause nötig, so dass ich mich am Montag gegen 12 Uhr mittag aus der horizontalen Lage gewagt habe. Zwar wenig erholt, aber doch schon minimal genesen, konnte ich so in aller Ruhe erst einmal das Wichtigste aufbauen: den Rechner. Bringt zwar ohne Internet nur halb so viel, aber so konnte ich wenigstens den restlichen Nachmittag einige der Serien gucken, die ich mir über die letzten Wochen mühsam angespart hatte, da ich ja wusste, hier vorerst “auf dem Trockenen zu sitzen”. 2
Der langen Rede kurzer Sinn: Im Lauf des Tages fühlte ich mich etwas besser und doch wieder im Stande, am gestrigen ersten Tag des FIM-Vorkurs teilzunehmen. Immerhin bin ich hauptsächlich deshalb überhaupt schon vor Vorlesungsbeginn hergekommen.

Eigentlich wollte ich mir am Montag in aller Ruhe den Weg zur Uni schonmal etwas genauer ansehen, aber da ich stattdessen 24, S03 genauer angesehen habe, ging ich gestern in aller Herrgottsfrüh (Beginn: 08:00 c.t.) los und kann nun freudig bestätigen: Ja, der Weg ist echt so kurz wie er bei Google Maps wirkte – es gibt sogar ne kleine Abkürzung, die dort nicht als Fußgängerweg eingetragen ist. Im Endeffekt laufe ich etwa zehn Minuten von der Haustüre bis in den Hörsaal – wenn ich da an München zurückdenke, wo ich zehn Minuten vor Abfahrt der U-Bahn aus dem Haus gegangen bin.. :D

Ein praktisches Beispiel: Heute hat mich mein Wecker (genauer: mein iPhone) im Stich gelassen. Und obwohl meine innere Uhr so freundlich war, mich um kurz nach Sieben aus dem Schlafzustand zu holen, habe ich mich darauf verlassen, um 07:30 ans Aufstehen erinnert zu werden – denkste. Mein nächster Blick auf die Uhr hat darum erst um 07:54 stattgefunden, um 08:03 bin ich aus dem Haus gestolpert und war trotzdem pünktlich im Hörsaal. Und zwar ohne zu laufen! :boogie:

Nochmal kurz zu gestern und den ersten Stunden im Vorkurs: Inhaltlich könnte ich mir das Ganze vermutlich sparen. Ich bin zwar nicht der größte Linux-Profi, aber die dort vermittelten Basics habe ich dank KNOPPIX-Spielereien locker drauf. Einzig interessant dürfte noch das (X)Emacs-Reinschnuppern werden – etwas, vor dem ich mich seit meinem ersten Kontakt mit vi 3 eher in Acht genommen habe.
Trotzdem lustig zu sehen, dass der Dozent zwar Linux predigt, aber selbst ein nigelnagelneues MBP in der Tasche hat. Außerdem war sein älterer Kollege sehr motiviert, uns davor zu warnen, dass die Uni Passau “alle ihre Häcker erwischt”. Die minutenlange Ereiferung mit einigen teils schrulligen, teils interessanten Anekdoten zu dem Thema war insgesamt fast ein wenig bizarr, aber doch auch amüsant und sympathisch. In München gab’s das nicht. Entweder ist’s denen eh egal, oder sie haben wahlweise eine bessere IT- oder Rechtsabteilung. ;)
Scherz bei Seite, auch wenn ich mich bei der Einführung in die Benutzung der Shell auch heute wieder eher gelangweilt habe, lernt man sich ja zwischendurch auch erstmal kennen, und zu Hause wartet sowieso kein Internet auf mich, also geht das schon in Ordnung.

In der gestrigen Mittagspause habe ich mit der bekanntlich extrem hochqualitativen iPhone-Kamera mal einige Eindrücke vom Campus gesammelt. Insgesamt ist es wirklich wahnsinnig hübsch hier – schön klein, alles beisammen, traumhafte Idylle im Zusammenspiel mit dem geilen Wetter.

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Ein Blick vom Eingang der FIM aus in Richtung von Zentralbibliothek (links) und Mensa (rechts, dort wo auch der Inn entlangfließt)

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Besagtes Gewässer, weniger als einen Katzensprung entfernt. Links vom Bild ist dann wieder die Mensa, deren Terrasse direkt zum Inn zeigt.

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Mensa von innen – die Treppe aus dem ersten Bild bestiegen, dadurch der Blick nach unten in den sehr hohen und lichtdurchfluteten Raum. (Sieht auf dem Bild nicht so gut aus wie in natura.)

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Auch wenn der Speiseplan nicht sehr vielversprechend war – die Cafeteria gibt’s ja auch noch und die Mensa ist fast zu hübsch, um nicht genutzt zu werden. Hinter den Bäumen ist der Inn.

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Der Blick vom ersten Bild, andersrum – Mensa im Rücken, FIM im Blick.

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Direkt an der Einbiegung von der Innstraße ins Campusgelände, die man zum FIM nehmen muss, findet sich diese rote Schönheit.

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Als ich diesen Geldautomaten am Campus entdeckt habe, guckte ich zunächst eher ungläubig. Ist aber echt – auf der anderen Seite der Wand ist ein Kontoauszugsdrucker.

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Die Härte fand ich aber den Fahrkartenautomat – manch kleine Gemeinde kämpft um so ein Teil und hier steht’s einfach am Campus. Spitze. :D

 
Ich (als Informatiker..) bin wirklich keiner, der gewöhnlich allzuviel Wert auf solche ästethischen Dinge legt, aber es ist schon alles sehr, sehr schön anzuschauen hier. Ich habe in den 3,5 Jahren München zwar nicht annähernd alle Anlagen der LMU zu Gesicht bekommen, aber das, was ich kennen gelernt habe, kann da nicht mithalten.

Heute gab es dann zusätzlich zum normalen Vorkurs-Programm auch die Begrüßung durch die Fachschaft mitsamt einer Campus-Führung, die bislang eindeutig beste Veranstaltung. Auch wenn ich bereits gestern fast alles selbst erkundet habe, war allein das schon wert, aufs Ausschlafen zu verzichten. Enorm sympathische Leute, interessante Gespräche – das darf in der heute Abend vom selben Team durchgeführten Kneipentour gerne so weiter gehen. ;)

Und mit diesen bald 1300 Wörtern verabschiede ich mich erstmal wieder vom stationären Netzzugang, ich tippe jetzt doch bald eine Stunde dran und zu Hause wartet zwar wie gesagt kein Internet, aber Jack Bauer. Ich erspare mir diesmal auch das Korrekturlesen, das hole ich gegebenenfalls nach. Ich wollte hauptsächlich einige Fotos mit Familie und (mehr oder weniger nerdigen) Freunden teilen – insofern war es auch schwierig, im Artikel den richtigen Stil zu wählen. Naja, ich hab einfach meinen Stil genommen. Überlest wahlweise das, was euch zu abgehoben ist oder das, was euch zu gefühlsduselig/privat ist. :P

Bilder von der neuen Wohnung folgen in einer Fortsetzung des Eintrags 4 natürlich auch, aber da sieht es derzeit noch aus wie Kraut und Rüben. Zum Abschluss noch ein paar Bilder meines neuen “Schulwegs”. (Allerdings auf dem Rückweg von der Uni nach Hause gemacht, folglich in Reihenfolge und Blickrichtung “falsch”.)

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Schlecht zu erkennen, aber direkt auf dem Weg und somit gut 5 Minuten von mir entfernt: das örtliche Multiplex-Kino. Laut Website allerdings ohne OV im Spielplan – wenn das stimmen sollte, spar ich mir in Zukunft einige Euros. :(

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Und noch ein paar Schritte näher kommt gleich das nächste Kino – leider werde ich mir auch trotz des enorm sympathischen Retro-Looks keine Synchronfassungen ansehen, also schlechte Karten.

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Hier ein Blick auf die Wohnanlage, in deren zweiten Stock ich künftig an den Plänen zur Ergreifung der Weltherrschaft schmieden werden. (Das große Weiße, links.)

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Achtung, Insider für Münchner: Jetzt ziehe ich um und trotzdem wohn ich noch in der Nähe der Leopoldstraße. (Und, kein Witz: Die Giselastraße ist zwei Blocks weiter..)


Footnotes:
  1. Auch wenn mein(e) neue(r) Dealer(in) mittlerweile nahezu feststeht, rechne ich nicht vor Mai mit Besserung, mein knallig-bunter “Suche WLAN!11!!elf!”-Zettel hat bisher auch nur Ignoranz geerntet.
  2. Ich hoffe, dass mich für diesen Witz niemals ein Hochwasser strafen wird – aber ich glaub, ich bin eh nicht besonders gefährdet.
  3. Auch dieser Kontakt nur über ssh, um die crontab auf meinem Server anzupassen..
  4. Um kreative Namensvorschläge wird gebeten.
  5. Auch wenn mein(e) neue(r) Dealer(in) mittlerweile nahezu feststeht, rechne ich nicht vor Mai mit Besserung, mein knallig-bunter \"Suche WLAN!11!!elf!\"-Zettel hat bisher auch nur Ignoranz geerntet.