27.05.2009
“Was offline nicht ok ist, wird online nicht schon dadurch besser, dass es im Internet stattfindet.”
Kurze Ansage zu Beginn: verzeiht die lange Funkstille – Danke auch an alle, die nachfragten was los sei. Ich komme seit einer Woche nicht einmal dazu, wenigstens einen Artikel darüber zu schreiben, was mir so viel Zeit raubt. Um das Schweigen mal zu brechen und mich nicht durch den fixen Gedanken zu blockieren, dass besagter Artikel unbedingt der nächste sein müsse, der online geht, hier mal etwas ganz anderes. Für gewöhnlich hab ichs ja mit diesen Themen hier nicht so, weil das ohnehin alles zigtausend Mal an anderen Stellen durchgekaut wird. Als ich aber gerade beim Frühstücken den Newsreader durchgegangen bin, hat es mir die Milch fast zu den Ohren wieder rausgeblasen.
Die Twitter- und Blumenstrauß/Blaskapellen-Affäre während der Bundespräsidenten-Wahl wird ein parlamentarisches Nachspiel haben. Die Pannen rund um die Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahl könnten eine Rüge für Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zur Folge haben.
…
Bei der Präsidentenwahl waren am Samstag im Reichstag schon vor der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses durch Lammert Blumensträuße in den Plenarsaal gebracht worden. Auch eine Bläsergruppe war einmarschiert. Damit war den meisten Anwesenden klar, dass Köhler bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit geschafft hatte.
(Quelle: golem.de)
Die Highlights:
“Parlamentschef Norbert Lammert (CDU) müsse am Donnerstag im Ältestenrat eine Erklärung für die “peinlichen und eigenartigen Vorgänge” geben, forderte SPD- Fraktionschef Peter Struck im Deutschlandfunk.” … Auch Grünen-Politiker Beck äußerte Kritik. Was offline nicht ok ist, wird online nicht schon dadurch besser, dass es im Internet stattfindet.
WTF?
Wenn ich solche Sätze lese, und wenn solche Artikel gespickt sind mit sympathischen Begrifflichkeiten wie Ältestenrat, Missachtung der Bundesversammlung und Würde des Parlaments kommt mir ja das Abendessen von gestern wieder hoch.
Dieser elendige Sauhaufen von selbstbeweihräuchernden Kaspern hat ziemlich genau einen Job: für uns zu arbeiten, das Volk. Ich sehe da nun kein großes Drama dabei, wenn dem Volk das Ergebnis einer solchen Wahl baldmöglichst verkündet wird. Wenn man kein Gehirn im Kopf oder keine Ahnung von Erfindungen nach 1990 hat, sollte man vielleicht in Zukunft einfach darauf verzichten, den Mund zu anderen Tätigkeiten als der Aufnahme von Flüssignahrung zu benutzen.
“Grow some balls”, wie der Ami so schön sagt, und legt euch einen eigenen Twitteraccount an, wenn ihr neidisch darauf seid, wie schön einfach die Kollegen da einen direkten Draht zu tausenden von Wählern bekommen.
Für so einen Mumpitz nimmt man sich Zeit, aber mit dem Willen von knapp 100.000 Wählern befasst man sich lieber erst nach der Sommerpause? Kein Tag vergeht, an dem die weltfremden Wahnsinnigen in dieser Regierung nicht aufs Neue und mit rasant steigender Deutlichkeit zur Schau stellen, dass sie mit brennenden Fackeln und Mistgabeln aus den Regierungsgebäuden gejagt gehören.
Da bleibt abschliessend eigentlich nur eines zu sagen: Ich wähle Piraten! Arrr!

… als ich diese News gelesen habe, konnte ich wieder einmal nur den Kopf schütteln. Zwar sind deine Worte hart, doch sind sie wahr!! Volle Zustimmung!
Mit Störsendern wäre das nicht passiert!
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,627624,00.html
Und wieviel soll diese sinnlose Investition uns Steuerzahlern kosten? Hauptsache man kümmert sich um Banalitäten . . etwas anderes gibt es in dieser Bundesrepublik ja nicht zu tun.