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Hersteller: Craneballs Studios
Im Store seit: 20.10.2009
Getestete Version: 1.0
Preis: 0,79 €
iTunes-Link: Klick!

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Mal wieder ein Promo-Code im Posteingang. Gerade jetzt zu Semesterbeginn freue ich mich natürlich über neues Spielefutter, denn wenn FMyLife und Feedreader leer sind, muss man sich ja irgendwie anders durch langweilige Vorlesungen retten. ;) Auf den ersten Blick sieht das Ganze aus wie ein extrem vereinfachtes Commandos, was ich sehr vielversprechend finde – die Touchsteuerung passt imho wunderbar zu der Art Spiel.

Leider gestaltet sich das Spiel dann doch wesentlich simpler. Ablauf: Soldat für Soldat muss man in ein kleines, die Position wechselndes Zielgebiet laufen, ohne ins Sichtfeld der gegnerischen Wachen zu geraten. Dazu malt man die gewünschte Route auf den Schirm und schon gehts los. Ist man plötzlich nicht mehr mit seiner Route zufrieden, zeichnet man sie einfach geschwind neu, man kann sich also im Prinzip frei bewegen. Zu jedem Zeitpunkt kann man sich außerdem durch Tap auf die Spielfigur hinlegen, wodurch man auch im Sichtfeld geschützt ist, es sei denn der Gegner hat einen Hund dabei. Mit der Zeit werden es mehr und mehr Wachen. Zusätzlich kann man bisweilen verschiedene Extras (doppelte Punktzahl, doppelte Geschwindigkeit, Unsichtbarkeit, Gegner frieren ein, Extraleben) aufsammeln, doch davon abgesehen war es das dann schon mit der Abwechslung. Es gibt verschiedene Karten, welche man durch Ansammeln einer Gesamtpunktzahl auf den bereits zugänglichen Karten freispielen muss.
Neben einem sehr entspannten Modus, in dem man nur durch Verlust aller Leben die Runde beenden kann, gibt es auch eine Variante gegen die Uhr.

Letzteres empfand ich selbst als massiv zu stressig – schon bei Flight Control hatte ich keinerlei Vergnügen an der Hektik des Gameplays – und der erste Modus wird doch sehr flott eintönig. Ich empfand bereits die Punktegrenzen für das Freispielen der zusätzlichen Karten als etwas zu hoch und war vom eintönigen Ablauf stets genervt statt dass mich ein Ehrgeiz gepackt hätte, unbedingt die nächste Karte (frei-)spielen zu wollen. Denn in den meisten Fällen zieht man die Route einfach so weit am Rand entlang wie möglich, tappt zwischendurch ein oder zweimal in den “Versteck-Modus”, wenn eine Wache vorbeikommt und fertig. Das ist etwa fünfmal ganz amüsant, nach dem zehnten Soldaten aber bereits lästig. Auch nicht sonderlich herausfordernd, aber eine Motivation für gegenteiliges Verhalten bietet das Spiel auch nicht. Mit aufreibender Schleich-Action alá Commandos hat das Spiel daher leider nur sehr wenig zu tun.
Es gibt zwar drei verschiedene Einheiten (Soldat, Medic, General), doch auch dass der Medic mehr Punkte bringt und der General langsamer läuft ändert nix am Gewinn-Konzept: am Rand gehen. Die Möglichkeit, mehr als einen Soldaten zugleich zu steuern muss man im Zeit-Modus zwangsläufig nutzen, da man sonst nicht schnell genug sein Zeitkonto wieder vollbekommt, viel interessanter fände ich stattdessen jedoch größere Karten, auf denen man nicht permanent dasselbe machen muss.

Die Grafik ist sehr hübsch aufpoliert, auch die Soundkulisse passt. Den Menüs sieht man an, wieviel Liebe zum Details die Entwickler beim Design eingebracht haben. Von technischen Aspekten her keinerlei Mängel, nur leider scheint mir das Spielkonzept nicht ganz zu Ende gedacht. Mit clevereren Karten und ein wenig mehr Spieltiefe könnte das Ganze großartig sein, momentan versinkt es meiner Meinung nach doch eher im Sumpf der unzähligen Super-Casual-Games. Das bewirbt man als Feature (“play it for 5 minutes or a few hours”), stimmt aber zumindest für mich eben gerade nicht, nach spätestens einigen Stunden ist die Luft raus, aber vielleicht bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe.

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