Alle Beiträge aus der Kategorie 'Gegrübelt'

05.10.2009

Die Steinzeit des 21. Jahrhunderts


(via @ftf)

So beeindruckend und bildgewaltig das obige Video ist, so traurig stimmt mich sein (vermutlich von den Machern des Videos gar nicht gewollter) Unterton. Ich habe in dieser Hinsicht wohl einen Hang zum Fatalismus, mich verlässt bei so etwas immer wieder mal kurzzeitig nahezu aller Antrieb, sämtliche Motivation, ich verliere jegliches Empfinden eines Sinnes im Leben. In einer Welt, in der die technologisch und wirtschaftlich aufstrebendste, modernste Nation zu ihrem Geburtstag eine Militärparade auffährt, die nur wegen ihrer Ernsthaftigkeit nicht als Parodie aus “Command & Conquer” entlehnt sein kann, was hat in solch einer Welt überhaupt eine Bedeutung? Weshalb wartet man nicht einfach ab, bis die bittere, unabwendbar scheinende Wahrheit zuschlägt:

Treffen sich zwei Planeten.
“Du siehst ja schlimm aus, was ist denn mit dir los?”
“Mir geht’s nicht so gut – ich habe Homo sapiens..”
“Ach, keine Sorge, das geht von ganz alleine vorbei!”

In der Schule zwingt man die Kinder mit Notendruck dazu, sich mit dem Konzept von Brot&Spielen bei den alten Römern zu befassen, und doch wiederholt sich die Geschichte tagtäglich nur aufs Neue. Trotz temporärer Verzweiflung bin ich aber noch immer überzeugt: der große Knall wird kommen. Ich hoffe, ich erlebe ihn noch mit. Ich warte immer noch darauf..

27.05.2009

“Was offline nicht ok ist, wird online nicht schon dadurch besser, dass es im Internet stattfindet.”

Kurze Ansage zu Beginn: verzeiht die lange Funkstille – Danke auch an alle, die nachfragten was los sei. Ich komme seit einer Woche nicht einmal dazu, wenigstens einen Artikel darüber zu schreiben, was mir so viel Zeit raubt. Um das Schweigen mal zu brechen und mich nicht durch den fixen Gedanken zu blockieren, dass besagter Artikel unbedingt der nächste sein müsse, der online geht, hier mal etwas ganz anderes. Für gewöhnlich hab ichs ja mit diesen Themen hier nicht so, weil das ohnehin alles zigtausend Mal an anderen Stellen durchgekaut wird. Als ich aber gerade beim Frühstücken den Newsreader durchgegangen bin, hat es mir die Milch fast zu den Ohren wieder rausgeblasen.

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08.02.2009

Was ich mir für iTunes wünsche – Teil IV (“iPod/iPhone Special”)

Oft stelle ich mir in Gedanken die Frage, ob ich denn wirklich der Einzige bin, der so manches an dem kleinen Wunderwerk der Technik vermisst. Um genau zu sein, bin ich mir immer ziemlich sicher, dass ich unmöglich der Einzige sein kann, sondern es eine ganze Menge Leute geben muss, denen es ähnlich geht. Bei aller Liebe zur Unkompliziertheit fehlen iPod, iPhone und iTunes leider auch nach Jahren immer noch einige so grundlegende Funktionen, dass mein Kopf bisweilen vor lauter Schütteln abzufallen droht. Die “Was ich mir für iTunes wünsche”-Einträge sind aus diesen Gedanken heraus entstanden und mittlerweile – also seit iTunes 8 – hat sich dort ja auch schon einiges gebessert, es wurden sogar ein paar “meiner” Wünsche konkret umgesetzt. :D
Diesmal konzentrieren sich meine gesammelten Ideen und Beschwerden der letzten Zeit auf die iPod-Komponente von iPhone/iPod Touch, lassen sich aber teilweise auch gut auf iTunes übertragen.
Seid gewarnt, es sind über 1600 Wörter zum Sonntag; reinstes Geheule – aber, soviel Selbstbewusstsein muss sein, natürlich alles völlig berechtigte und sinnvolle Vorschläge. ;)

1. Suchfunktion
So alt wie der Schrei nach Copy&Paste im Allgemeinen dürfte die Verwunderung darüber sein, dass man am iPhone nicht nach Liedern suchen kann. Den iPods, Geräte ohne eine Tastatur, hatte man kurz zuvor noch eine Suchfunktion spendiert, aber jetzt, wo ich längere Suchbegriffe in Sekundenschnelle eintippen könnte, habe ich keine Möglichkeit mehr dazu?
So schön der iPod in den Touch-Geräten ist, so wenig nutzt Apple hier die zusätzlichen Möglichkeiten gegenüber den klassischen iPods, was unmittelbar zu Punkt 2 führt:

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18.12.2008

Fuck’s just a word and it’s all fucked up!

Fuck! Fuck! Fuck! Nicht nur Kid Rock hat Spaß daran, dass im deutschen TV ungeniert geflucht werden darf, mir gefällt das auch. Ich nehme mal an, dass niemand ernsthaft bestreiten will, wie absurd die Praxis des “Überpiepsens” ist, wenn in der nächsten Szene munter geballert und geprügelt werden kann, ohne dass dabei das halbe Bild geschwärzt wird.
Aber gut, “drüben” ticken sie nunmal teilweise anders, man hat sich ja schon daran gewöhnt. Sehr traurige Folgen hatte das vor Kurzem beim besten “Running gag” der letzten Jahre, denn nach wie vor scheint es keine Version ohne Piepser zu geben. Wer sich noch ein wenig genauer über die Hintergründe des “Piepsens” informieren möchte, findet wie immer Rat bei der Wikipedia.

Ich bin ja nicht der Erste, der auf die Idee kommt, sich über diese Borniertheit zu ereifern: Seien es nun Lieder wie das schon im Titel zitierte “Hot Dog” von Limp Bizkit, “Family Reunion” von Blink-182 oder Fernsehserien wie die Simpsons, Southpark und sogar Spongebob.

Wieso also spiele ich jetzt das Rumpelstilzchen?
Nun, ich habe mir kürzlich ein paar DVDs gekauft. Tolle Musik-DVDs, zwei Live-Konzerte und eine DVD mit Musikvideos (auch eines meiner Lieblingsthemen). Limp Bizkit – Greatest Hitz heißt die Scheibe und sie beinhaltet auch in der Tat beinahe alle Videos meiner mittlerweile gefallenen Jugendhelden. Aber schon beim ersten Reinhören stocke ich auf einmal entsetzt: Habe ich da eben wirklich ein “fuck”, das rauseditiert wurde “gehört”?
Ja, in der Tat. Die Videos auf der DVD sind allesamt zensiert. Ich fasse es nicht, aber was will man von den Lichtgestalten bei Universal auch anderes erwarten? Die Scheibe wird beim nächsten Besuch des Händlers direkt wieder in Geld zurückverwandelt, verarschen kann ich mich nämlich auch alleine.

Das ist einfach zu viel des Guten – wieso kann man nicht für die gesamte “normale” Welt (Nein, keine Ami-Bashing-Diskussion anfangen – ich meine das jetzt nur auf die “seven dirty words” bezogen.), die zusammen genommen doch ganz locker einen mindestens gleichgroßen Absatzmarkt darstellen dürfte, eine Erwachsenen-Version herausbringen?
“Californication” beispielsweise kann in den USA nur unzensiert im Fernsehen laufen, weil es bei einem Pay-TV-Sender kommt. Hier in Deutschland läuft es problemlos im “normalen” Privatfernsehen.
Bei den Dreharbeiten [zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"] musste jede Szene, in der das Wort “fuck” auftaucht, für den US-amerikanischen Markt ein zweites Mal gedreht werden. Dabei musste im Drehbuchtext das F-Wort durch die harmloseren Wörter “blimey” oder “crumbs” (deutsch etwa “Mist” oder “Herrje”) ersetzt werden. Eine Synchronisation des Tons hätte nicht ausgereicht, da man an den Lippen des Schauspielers Hugh Grant noch immer deutlich das F-Wort hätte ablesen können. Der Drehbuchautor Richard Curtis und der Regisseur Mike Newell schrieben später in ihrem Drehtagebuch, sie hätten aufgrund der Verpflichtung, diese Regel einzuhalten, noch nie so viel geflucht und das F-Wort verwendet wie während der Dreharbeiten zu diesem Film. Weil so viele Szenen ein zweites Mal gedreht werden mussten, nur um die seven dirty words zu umgehen, erhöhte sich der Film-Etat um etwa 20 %. (Wikipedia)
Da wundert es einen doch, wie groß die Lobby der Spießer in den USA wohl leider nach wie vor ist, dass die kreativen Köpfe sich diese Unmöglichkeit immer noch gefallen lassen müssen.

Was war ich froh, als bei einer der beiden Live-DVDs wenigstens Chester mit den Worten “Holy shit, this is fucking amazing!” das Pulikum begrüßen konnte, ohne von der Moralpolizei ausgeblendet zu werden.

15.09.2008

Was ich mir für iTunes wünsche – Teil III

Lang ist’s her, seit “den letzten Wünschen”. Ich hatte während der letzten Wochen immer häufiger das Bedürfnis, wieder einen Eintrag in dieser Reihe zu verfassen, zwang mich aber dazu, es zu vertagen – schließlich stand iTunes 8 vor der Tür. Und erfreulicherweise hat iTunes 8 tatsächlich durchaus Positives im Gepäck: Es wurden einige der Punkte, die ich in Teil II genannt habe, beseitigt/angegangen und noch einige andere Punkte, die mir für künftige Teile im Kopf hingen, sind jetzt nicht mehr problematisch.

Diesmal also zu Beginn eine kurze Übersicht über die positiven Veränderungen in iTunes 8: Endlich wurde das Fenster zum Bearbeiten von mehreren Tracks überarbeitet und auf einen Stand gebracht, der schon eher dem 21. Jahrhundert entspricht. Sowohl die Video- (Sendung, Staffel, etc. – neuerdings auch das Beschreibungsfeld) als auch die Sortierfelder lassen sich nun für mehrere ausgewählte Dateien zugleich ändern – es gibt neben “Video” und “Sortierung” noch den allgemeinen “Info”-Reiter, der dem bisherigen Fenster ähnelt und den “Optionen”-Reiter, in dem “Teil einer Compilation”, “Medienart” (Musik, Film, Fernsehsendung, Musikvideo, Hörbuch) und ähnliche Tags versammelt wurden. Der neue Dialog ist aufgeräumter und um ein Vielfaches brauchbarer geworden – Videos taggen muss man nun nicht mehr mit anderer Software oder Skripts.

Auch die seltsame Sortierung der Fernsehserien in der “Albumansicht” hat sich mit Grid View und der neuen “Cover-Spalte” in der Listenansicht erledigt. Statt wie noch unter iTunes 7 in der Albumansicht mit Sortierung nach Sendungsname jede Serie zu gruppieren und mit einem einzigen Cover anzuzeigen, wird nun jede Staffel einzeln gruppiert. Das ist das Verhalten, das man hier erwartet, da es analog zur Musik ist, wo ja bei Sortierung nach “Album” auch die einzelnen Alben gruppiert werden und nicht nur der Interpret. Somit braucht es keine Umwege mehr, um eine hübsche Ansicht der Fernsehserien in iTunes zu erreichen.

Das neue Genius-Feature dient mir nun zur Überleitung vom Gejubel hin zum Gejammer. (more…)

02.09.2008

Musikvideos – woher nehmen?

Eine Frage, über die ich schon geraume Zeit grüble: Ich würde mir gerne eine feine Sammlung an Musikvideos anlegen.
In ordentlicher Qualität versteht sich, das heißt für mich:

  • PAL-Auflösung (Meinetwegen 640*480, aber weniger geht echt nicht.)
  • Ordentliche Bitrate
  • Vor allem aber: Ohne Senderlogos, SMS-Chat-Einblendungen oder sonstigen Bockmist.

Aber: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Außerdem käme man in diesem Fall nicht mal mit Stehlen sehr weit, denn was da im P2P rumgeistert ist größtenteils qualitativer Sondermüll, spätestens bei dem Punkt mit den Senderlogos versagen 99,9% von allem was man so findet.

Da wir ja eh alle nichts von bösen Tauschbörsen wissen wollen, soll das auch gar nicht zur Diskussion stehen. Woher aber nehmen?
Im iTunes-Store ist das Angebot ein Witz, die haben nichtmal die Hälfte von dem was ich will, keine PAL-Auflösung und anscheinend sind nichtmal die 640*480 dort garantiert gute Qualität. Andernfalls wäre das noch am Ehesten eine Möglichkeit. Auch sonst kenne ich keine annähernd gute Quelle für Musikvideos.. weiß ehrlich gesagt aber nicht, ob andere Downloaddienste eventuell auch Videos im Angebot haben.

Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich die Musikvideos von DVDs zu rippen.. zum Beispiel gibt es von Offspring eine DVD nur mit den Musikvideos. Sehr fein.. aber leider eher ein Einzelfall als die Regel. Dabei würde ich das gerne von allen meinen Lieblingsinterpreten kaufen. Marktlücke? Von den Ärzten z.B. sind alle bis dahin erschienenen Videos auf “Killer” (2000) drauf, aber was ist mit den neueren Videos? Tja.. :(
Fortschrittliche Interpreten bieten die Videos natürlich auf ihrer Website an.. aber statt kleinen, feinen H.264-Files gibts RM- oder Quicktimestreams in gelinde gesagt “magerer” Qualität.. das macht keinen Spaß.

Meinungen? Mögt ihr keine Musikvideos? Plagt euch dasselbe Problem? Oder sind euch Senderlogos egal? Tipps? Ihr wisst die Lösung? Her damit! :)

Ich bin gespannt..