15.12.2008

William Shakespeare’s Romeo + Juliet

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Baz Luhrmann – USA, 1996

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Ich oute mich zu Beginn einmal in dreierlei Hinsicht:
1. Leonardo DiCaprio halte ich für einen hervorragenden Schauspieler. In “The Beach”, “Catch me if you can”, “The Aviator” und weiteren Filmen hat er bewiesen, dass er über großes Talent verfügt.
2. Ich finde Titanic nicht schlimm. Der Hype war übertrieben, der davon erzeugte Hass aber ebenso. Ein mehr als solider Film, extra-schmierig natürlich, aber mindestens wegen der “Geschichtsstunde” sehenswert.
3. Ich hatte zwar Englisch-Leistungskurs, konnte mich aber dennoch (oder gerade deshalb?) nie für Lektüren begeistern, die älter als 100 Jahre waren. Hiermit meine ich allerdings nicht die Werke, sondern das Konstrukt der “Lektüre” in der Oberstufe. Analye, Analyse, Analyse. Buargh.

Soviel vorweg – die filmische Umsetzung des mir also wohlbekannten Klassikers von Shakespeare aus dem Jahre 1996 war bislang nie zum rechten Zeitpunkt in mein Blickfeld geraten. Zum Kinostart war ich zu jung, seitdem hat es nie sein sollen. Jedoch war ich stets in dem Glauben, da noch einen guten Film vor mir zu haben. Schließlich ist die Geschichte bewährt, DiCaprio macht gute Filme und in der richtigen Stimmung gebe ich mich auch gerne mal einer kitschigen Schnulze aus Hollywood hin. Doch wie so oft kam es anders als gedacht.

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06.09.2008

The Dark Knight

The Dark Knight

Christopher Nolan – USA, 2008

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Impressive! Mir werden in diesem Eintrag mit Sicherheit früher oder später die Superlative ausgehen. Ich habe diesen Mittwoch nun endlich die Zeit gefunden mir den neuen Batman anzusehen und ich war begeistert. So begeistert, dass ich ihn unbedingt auch noch im Originalton sehen wollte, und genau von dieser Vorstellung komme ich gerade nach Hause. Dieser Film wird dem Hype gerecht – sage ich jetzt, im Nachhinein. Denn ich habe mich im Vorfeld nicht davon infizieren lassen. Gerade als nach Ledgers Tod wirklich alle Welt nur noch am Geifern ob seiner grandiosesten Rolle aller Zeiten war, bin ich eher skeptisch geblieben. Der erste Teil der neuen Batman-Reihe hatte mir gefallen, aber mich nicht begeistert. Ich war froh, mal wieder einen anständigen Batman zu sehen, wurde man doch von Clooney und Kilmer wirklich auf eine harte Probe gestellt. Die Teaser und Trailer zum jetzigen Nachfolger haben mich zwar mit ihrer beklemmenden Stimmung sehr gefesselt/angefixt, aber ich ging am Mittwoch dennoch “nur” mit der Erwartung an einen grundsoliden, ordentlichen Film in den Kinosaal.

Meine Erwartungen wurden meilenweit übertroffen. Ich möchte die neuen Filme ungern mit den beiden Streifen von Burton vergleichen, die auch grandios waren – für mich persönlich aber stellt “The Dark Knight” nicht nur alle bisher dagewesenen Batman-Teile in den Schatten, er ist auch losgelöst von dem Begriff “Batman-Film” ein absolut überragendes Werk. Es stimmt einfach alles – die Darsteller spielen allesamt grandios, das Skript ist hervorragend und die oft atemberaubenden Aufnahmen werden durch den Soundtrack perfekt unterstrichen. Die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz, der Anteil an Tiefgründigkeit ist so gewählt, dass es nicht durch Überstrapazierung ins Kitschige umschlägt. Leider sehe ich kaum eine Möglichkeit, auf alles das genauer einzugehen, ohne massiv zu Spoilern, wer den Film also noch nicht gesehen hat: Nicht weiterlesen und sofort ins nächste Kino gehen. Wer die Möglichkeit hat, muss diesen Film unbedingt im O-Ton sehen, er ist nochmals deutlich besser, versprochen!

WARNUNG: Spoiler ab hier!
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30.08.2008

Fool’s Gold (Ein Schatz zum Verlieben)

Fool's Gold

Andy Tennant – USA, 2008

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Ich steige diesmal gleich mit einem Kritikpunkt ein: Der Titel ist schlecht übersetzt – ich habe zwar spontan keine stimmigere Variante, die näher am Original wäre, und der deutsche Titel fasst die Rahmenhandlung auch einigermaßen ordentlich zusammen, aber: Er lockt auf eine falsche Fährte, was das Genre des Films angeh. Ich hatte mit einer leicht kitschigen, komödiantischen Romanze gerechnet, aber eigentlich will der Film doch lieber ein Abenteuer sein, das auch einige Lacher und eine Liebesgeschichte mit im Gepäck hat. Diese “Unentschlossenheit” ist aber kein großer Beinbruch, denn Eines gelang dem Film unabhängig davon: Er hat mich gut unterhalten.

Nachdem ich gestern zum ersten Mal seit Wochen endlich wieder das Vergnügen hatte, in meiner alten Heimat den 1-Meter-LCD-TV meiner Family nutzen zu können und dann auch noch meine Herzensdame spontan Zeit hatte, schien der richtige Zeitpunkt gekommen, sich auf die Couch zu verkrümeln, die Babykatzen über uns herfallen zu lassen und derweil endlich besagten Film zu schauen, der schon lang auf unserer Liste stand.
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26.08.2008

Walk the Line

Walk the Line

James Mangold – USA, 2005

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Von Johnny Cash habe ich genau ein Lied in iTunes – es ist “Hurt” und bereichert meine Sammlung seit Oktober 2006. Erst jetzt beim “Recherchieren” für den Beitrag, lese ich, dass es ein Cover von den Nine Inch Nails (!) ist. Beeindruckend. Das Lied habe ich im Fernsehen bemerkt, entweder bei einer Werbung oder vielleicht auch doch das Video auf MTV. Es hat mich jedenfalls sofort sehr ergriffen und tief im Herzen berührt. Aber das war’s auch schon, was ich bisher – vom “Ring of Fire” und einer schönen Textzeile aus Kid Rock’s “American Bad Ass” mal abgesehen – bisher von Johnny Cash wahrgenommen hatte. Der Trubel um den Film als er grade im Kino war und bei den Preisverleihungen zog an mir eher unbeachtet vorüber. Ich hatte gehört, wie enorm gut Phoenix’ schauspielerische Leistung sein sollte, was mich aber nicht besonders überrascht – der Knabe ist spitze, das weiß ich schon länger.

Nun kam der Film also vorgestern im unsäglichen FreeTV, und dort auch noch bei der Hochburg der Verblödung, auf Er Te El. Meine Freundin hatte sich in den Kopf gesetzt, den Film endlich mal zu sehen, eine halbe Stunde kannte sie schon, danach war sie beim ersten Versuch eingeschlafen. Es blieb mir also nicht anderes übrig, als den Film in deutscher Synchronisation und mit Werbung zu ertragen, obwohl ich ihn wenn überhaupt eigentlich nur im O-Ton und von DVD sehen wollte..
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